6. Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch

Der 24. April 2019 ist der sechste Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch, bei dem 1.134 Menschen ums Leben kamen und über 2.000 verletzt wurden. Der Zusammenbruch des achtstöckigen Gebäudes, in dem sich über fünf Bekleidungsfabriken befanden, die globale Marken belieferten, ist einer der schwersten Unfälle in der Geschichte der Textilindustrie.

Untenstehend finden Sie eine Auswahl an Artikeln über das Unglück und die heutige Situation von Textilarbeiter*innen in Bangladesch. Anlässlich des sechsten Jahrestags fordern Vetreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen.

Get RSS feed of these results

Alle Teile dieser Story

Item
23 April 2019

Freiwillige Standards reichen nicht aus

Autor/in: Caspar Dohmen, Deutschlandfunk

Am 24. April 2013 starben beim Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch mehr als 1.130 Menschen. Ein Jahr später stieß Entwicklungshilfeminister Gerd Müller das Textilbündnis an: Freiwillig sollten Unternehmen an Reformen vor Ort mitwirken. Doch noch immer gibt es viele Missstände...

Andere europäische Länder haben erste Schritte gemacht, ob Großbritannien mit dem Modern Slavery Act, Frankreich mit einem Gesetz für Unternehmensverantwortung oder Belgien mit einem Gesetz für existenzsichernde Löhne in der Lieferkette der Süßwarenindustrie. Hinkt Deutschland hinterher? Entwicklungsminister Gerd Müller:  „Ja, eindeutig.“

Ob es in Deutschland zu einem Lieferkettengesetz kommt, hängt dabei von den Fortschritten beim Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte ab. Die Bundesregierung hat sich auch hier für das Prinzip Freiwilligkeit entschieden. Aber wenn die Ergebnisse der Unternehmen unzureichend sein werden, hält sie sich eine gesetzliche Regelung vor. In den nächsten sechs Monaten müssen 1.800 Unternehmen einen Fragenkatalog beantworten. Gerd Müller: „Auf der Basis entscheiden dann – wir die Bundesregierung – so steht es im Koalitionsvertrag, ob ein Gesetz notwendig ist.“

Einen Gesetzentwurf gibt es bereits...

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Artikel
24 April 2019

Forum Fairer Handel fordert mehr Unternehmensverantwortung

Autor/in: Entwicklungspolitik Online

Am 24. April jährt sich die Katastrophe von Rana Plaza zum sechsten Mal. Aus diesem Anlass hat der Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, Manuel Blendin, die Bundesregierung mit Nachdruck dazu aufgefordert, verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für deutsche Unternehmen entlang ihrer gesamten Lieferkette per Gesetz festzuschreiben.

"Auch wenn seit dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza einige Initiativen, wie etwa das Textilbündnis, in Deutschland angestoßen wurden, bleiben die Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Mode- und Textilindustrie insgesamt ungenügend", sagte Blendin. "Damit Menschenrechte in internationalen Lieferketten nachhaltig und umfassend eingehalten werden, braucht es verbindliche Regeln für Unternehmen. Die Abweisung der Klage von pakistanischen Angehörigen und Überlebenden eines Brands in einer Zulieferfabrik des deutschen Textilunternehmen KiK durch das Landgericht Dortmund am 10. Januar 2019 verdeutlicht, dass es eine Regulierungslücke in Deutschland gibt." ...

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Artikel
24 April 2019

Nie wieder Rana Plaza, mehr Gebäudesicherheitsabkommen

Autor/in: Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung

[W]ie sieht die Situation heute aus? Sechs Jahre nach der schrecklichen Katastrophe dominieren Repression und Armutslöhne die Industrie, und die in Bangladesch erreichten Fortschritte, Fabriken sicher zu machen, sind bedroht.

Das Bangladesch Gebäudesicherheitsabkommen wurde drei Monate nach der Rana-Plaza-Katastrophe von Gewerkschaften und Modemarken abgeschlossen... Das Abkommen ist einmalig, weil es für die Unterzeichnenden einklagbar ist...

Die Regierung Bangladeschs und der nationale Verband der Textilproduzenten BGMEA wollen das Gebäudesicherheitsabkommen aus dem Land verdrängen und somit die Weiterarbeit vor Ort unterbinden...

Letztes Jahr erhielten die Arbeiter*innen in Bangladesch zum ersten Mal seit 2013 eine Erhöhung des Mindestlohns. Er liegt jedoch immer noch unter einem Viertel eines existenzsichernden Lohns. Als Arbeiter*innen im Januar gegen diese viel zu geringe Mindestlohn-Anhebung auf die Straße gingen, begegnete ihnen die Regierung mit Gewalt und Repression... Über 65 Arbeiter*innen wurden verhaftet, mehr als 11.600 wurden gekündigt...

Kurzfristig müssen Bundesregierung und EU das Gebäudesicherheitsabkommen in Bangladesch stärken und dessen intensive Fortsetzung fordern. Die Repression gegen Arbeiterinnen und Arbeiter muss aufhören. Das deutsche Bündnis für nachhaltige Textilien muss diese Anstrengungen wesentlich aktiver vorantreiben.

Langfristig ist eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht der Modemarken und -händler entlang ihrer Lieferketten das Gebot der Stunde.

Lesen Sie hier den vollständigen Post