Anzeige gegen TÜV Süd nach Dammbruch in Brasilien

Am 15. Oktober 2019 haben fünf Betroffene des Dammbruchs in der Nähe von Brumadinho, Brasilien, gemeinsam mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und Misereor Anzeige gegen das deutsche Zertifizierungsunternehmen und einen seiner Mitarbeiter eingereicht. Vier Monate vor dem tödlichen Dammbruch hatte TÜV SÜD die Sicherheit des Damms bestätigt. Auf Anfrage des ARD-Magazins Monitor und Spiegel hin wollten sich TÜV Süd und der Mitarbeiter nicht zu den Vorwürfen äußern - mit Hinweis auf laufende Untersuchungen.

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17 October 2019

Tödlicher Dammbruch bei Brumadinho: Betroffene erstatten Anzeige gegen TÜV SÜD

Autor/in: ECCHR, Misereor

Mehr als 270 Menschen wurden getötet, das Trinkwasser Tausender wurde verseucht und die Umwelt zerstört, als am 25. Januar 2019 der Damm B1 bei Brumadinho in Brasilien brach. Nur vier Monate zuvor hatte TÜV SÜD die Sicherheit des Damms bestätigt. Am 15. Oktober 2019 haben deswegen fünf Betroffene aus Brasilien gemeinsam mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und MISEREOR Anzeige gegen das deutsche Zertifizierungsunternehmen und einen seiner Mitarbeiter eingereicht. Die Vorwürfe: fahrlässige Tötung, Privatbestechung, fahrlässiges Herbeiführen einer Überschwemmung sowie Verletzung der Aufsichtspflichten...

Vale S.A. [...] weist jede Verantwortung für den Dammbruch von sich und beruft sich auf  TÜV SÜD und die Prüfergebnisse seiner brasilianischen Tochter. Die Arbeit von Zertifizierungsunternehmen in der globalen Wirtschaft ist hoch umstritten. Unternehmen [...] bezahlen Zertifizierer für Sicherheitsprüfungen – was zwingend zu einem Interessenkonflikt führt...

"...Das Vorgehen von TÜV SÜD zeigt, dass wir dringend eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen brauchen, weil viele nicht freiwillig ihrer Verantwortung nachkommen. Wir setzen uns deshalb [...] für ein Lieferkettengesetz in Deutschland ein, damit Unternehmen bei Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden haftbar gemacht werden könnten", erklärte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

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16 October 2019

Opferangehörige stellen Strafanzeige gegen TÜV-Süd-Manager

Autor/in: Hubert Gude und Claus Hecking, Spiegel

Neun Monate nach der verheerenden Schlammlawine in Brasilien mit mindestens 251 Toten zeigen Hinterbliebene der Opfer einen deutschen Manager der Prüforganisation TÜV Süd an. Die Vorwürfe: fahrlässige Tötung, fahrlässige Herbeiführung einer Überschwemmung und Bestechung...

Die Staatsanwaltschaft muss den Fall nun prüfen - und dann entscheiden, ob sie Klage gegen den für Brasilien zuständigen deutschen TÜV-Süd-Manager M. erhebt. 

Auch gegen die Prüforganisation mit Sitz in München gehen die Kläger vor. Dem international tätigen Unternehmen werfen sie eine "Verletzung von Aufsichtspflichten" vor, was als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann...

Das Münchener Unternehmen wollte sich mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen in Brasilien zu den Vorwürfen nicht äußern...

Aus dem internen E-Mail-Verkehr der brasilianischen TÜV-Süd-Mitarbeiter vor dem Unglück geht hervor, dass die Sicherheitsprobleme des Damms in Brumadinho mit M. besprochen werden sollten...

Allerdings sind bislang keine eindeutigen Beweise bekannt, dass dann tatsächlich über Brumadinho gesprochen wurde. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der TÜV Süd hat selbst Ermittlungen eingeleitet...

Der Fall zeige [...] dass deutsche Unternehmen gesetzlich zur menschenrechtlichen Sorgfalt in ihren Geschäften im Ausland verpflichtet werden müssten.

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16 October 2019

Strafanzeige gegen TÜV-Süd-Manager

Autor/in: ARD

Trotz der Sicherheitsbedenken wurde die Stabilitätserklärung vom TÜV Süd schließlich abgegeben. Das European Center for Constitutional and Human Rights in Berlin hat deshalb gemeinsam mit dem kirchlichen Hilfswerk Misereor und Angehörigen von brasilianischen Betroffenen in Deutschland Anzeige erstattet...

Die Anzeige, die Monitor exklusiv vorliegt, richtet sich aber nicht nur gegen den TÜV Süd, sondern auch namentlich gegen M., einen deutschen Manager. Ihm wird darin unter anderem fahrlässige Tötung, Herbeiführen einer Überschwemmung und Bestechung im geschäftlichen Verkehr vorgeworfen...

Auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Katastrophe von Brumadinho kommt zu dem Ergebnis, dass der deutsche Manager offenbar eine zentrale Rolle spielte. "Er war der verantwortliche Ingenieur", sagte der Sprecher des Untersuchungsausschusses, Rogerio Coerreia, gegenüber Monitor. "Er hat die Gewähr für das Gutachten gegeben, das dann von den hiesigen Ingenieuren unterschrieben wurde. Er war der Leiter des gesamten Prozesses."

Auf Monitor-Anfrage wollten sich weder der TÜV Süd noch der Manager zu den schweren Vorwürfen äußern - mit Hinweis auf laufende Untersuchungen...

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