Brasilien/Mosambik: ThyssenKrupp in Kritik wegen mangelhafter Umsetzung der menschenrechtl. Sorgfaltspflicht

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27 September 2016

Stellungnahme zur Situation „Moatize Coal Mine“ in Mosambik

Autor/in: ThyssenKrupp

...Im konkreten Fall der „Moatize Coal Mine“ fanden 2009/2010, vor Inbetriebnahme der Mine, Umsiedlungen mehrerer Familien statt, wobei in der Zwischenzeit der Vorwurf erhoben wurde, dass die von der Betreiberfirma der Mine und der Regierung zur Verfügung gestellten Wohn- und Einkommensmöglichkeiten nicht mit Menschenrechtsstandards vereinbar seien. thyssenkrupp hat daraufhin mit dem Lieferanten Vale S.A. Kontakt aufgenommen und sich auch mittlerweile durch zweimalige Besuche vor Ort ein eigenes Bild verschafft. Dadurch konnten wir uns davon überzeugen, dass durch das von der mosambikanischen Regierung mitbetreute Programm vielfältige Maßnahmen zur Sicherstellung eines deutlich erhöhten Lebensstandards und guter Einkommensmöglichkeiten umgesetzt hat. Es wurden u. a. Hospitäler, eine Aids-Hilfestation, eine Schule und Sportstätte, Straßen, Brunnen und Wasserversorgungssysteme gebaut sowie Beratungsangebote für Ackerbau eingerichtet. Es existiert ein fortwährender Dialogprozess unter Einbindung aller Betroffenen und verantwortlichen Stellen. Eine Verletzung von Menschenrechtsstandards kann aktuell nicht festgestellt werden. Wir werden auch weiterhin die Situation der betroffenen Familien beobachten und mit dem Lieferanten dazu im Dialog bleiben...

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Erwiderung
5 September 2016

Antwort auf Stellungnahme von ThyssenKrupp 15. Februar 2016

Autor/in: CI Romero

....Zum Fall Mosambik
Hier ging es um die Zwangsumsiedlungen in der mosambikanischen Tete-Provinz durch das Bergbauunternehmen Vale. ThyssenKrupp kann über die Lieferkette mit den Zwangsumsiedlungen in der Chipanga-Mine direkt in Verbindung gebracht werden.
Auch wenn, wie Sie schreiben, ThyssenKrupp lasse unternehmensweit über 100 Audits durchführen, so zeigt doch die Realität, dass die Bedingungen vor Ort inakzeptabel sind. Die betroffenen Menschen warten bis heute auf eine faire Entschädigung für ihre Zwangsumsiedlung durch Vale, von dem ThyssenKrupp Kohle bezieht. Sie müssen tagtäglich um ihre Existenz kämpfen, da sie keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser und Lebensmitteln sowie Beschäftigungsmöglichkeiten haben und weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten sind. Sie schreiben, dass Sie mit den Lieferanten der Chipanga-
Mine „bezüglich einer Aufklärung des Sachverhalts“ in Kontakt stehen. Allerdings ist ThyssenKrupp mindestens seit Juli 2015 über die Umstände informiert, wie die Recherchen der dänischen Organisation DanWatch zeigen. ThyssenKrupp bezog ebenfalls Kokskohle zu Qualitätsprüfungszwecken vom Unternehmen Rio Tinto, das wissentlich Betroffene in eine Gegend mit Wassermangel umsiedelte. Dass die Umsiedlungen bereits einige Jahre zurück liegen und die Menschen bis heute nicht angemessen entschädigt wurden, zeigt: Entweder überprüft ThyssenKrupp seine Lieferanten nicht ausreichend, bevor es Rohstoffe aus derartigen Minen bezieht, oder die Überprüfungsmechanismen sind völlig unzureichend. Wir verlangen schnelles Handeln von Ihrem Konzern: Erweitern Sie Ihren Supplier Code of Conduct entsprechend der fehlenden Ziele und setzen Sie sich aktiv für ihre Umsetzung ein. Wälzen Sie die Verantwortung, die Sie als Konzern und Mitunterzeichner des Global Compact haben, nicht länger auf staatliche Behörden oder Lieferanten ab. Gemäß den UN- Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, zu denen sich auch Deutschland verpflichtet, sind insbesondere Unternehmen aufgefordert, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachzukommen. An diesem Regelwerk sollten auch Sie Ihre menschenrechtliche Verantwortung ausrichten...

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Antwort
15 February 2016

Antwort von ThyssenKrupp

Autor/in: ThyssenKrupp

...Zu den in den Artikeln aufgeführten konkreten Darstellungen möchten wir folgende Anmerkungen machen:Das Stahlwerk thyssenkrupp CSA verfügt über Umwelttechnologien nach dem heutigen internationalen Stand der Technik und gehört zu den emissionsärmsten Stahlwerken weltweit...Insbesondere ist auch zu beachten, dass die Staubimmissionen in Santa Cruz nicht identisch mit den Emissionen von thyssenkrupp CSA sind, da es in der Umgebung auch andere Emissionsquellen für Staub gibt...Im Zusammenhang mit der Chipanga-Mine stehen wir in Kontakt mit unserem Lieferanten bezüglich einer Aufklärung des Sachverhalts. thyssenkrupp wird sich im Rahmen seiner Einflussmöglichkeiten dafür einsetzen, dass internationale Standards und nationale Gesetze und Vereinbarungen eingehalten werden...thyssenkrupp Resource Technologies hat an die Firma SAMARCO verschiedene Mühlen zur Weiterverarbeitung des geförderten Materials geliefert, die letzten im Jahre 2011. Keine dieser Komponenten steht in irgendeinem kausalen Zusammenhang mit dem Dammbruch im November 2015...

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Artikel
1 February 2016

Studie: ThyssenKrupp nimmt Menschenrechtsverletzungen für Stahlproduktion in Kauf

Autor/in: Tagesspiegel

..."Wir haben ThyssenKrupp auf der Hauptversammlung mit den Menschenrechtsverletzungen in Mosambik konfrontiert", sagt Anna Backmann. ThyssenKrupps Vorstandsvorsitzender Heinrich Hiesinger sagte, dem Unternehmen lägen "keine Erkenntnisse vor, dass bei Kohlelieferungen, die im Zusammenhang mit Bezügen aus Mosambik stehen, ökologische oder soziale Standards nicht eingehalten werden." Anna Backmann, Referentin der internationalen Kampagne Stop Mad Mining, findet diese Aussage grotesk: "Danwatch hat ThyssenKrupp bereits am 13. August über die Zustände informiert, ohne eine Reaktion zu erhalten." ThyssenKrupp bewertet seinen Zulieferer Vale dennoch als positiv. Dabei wurden im Auftrag von Vale über tausend Familien zwangsumgesiedelt - ohne langfristig faire Entschädigung. Laut Hiesinger erwarte ThyssenKrupp von seinen Lieferanten, "dass sie unsere Prinzipien, den Supplier Code of Conduct, geltende nationale Rechte, und vor allen Dingen auch die Prinzipien des United Nations Global Compact entsprechen". Dem widerspricht Anna Backmann: "Zwangsumsiedlungen wie im Fall von Vale sind gegen die Prinzipien des von Hiesinger genannten United Nations Global Compact."...

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Artikel
1 February 2016

ThyssenKrupp nimmt Menschenrechtsverletzungen für Stahlproduktion in Kauf

Autor/in: Christliche Initiative Romero e.V.

...Die Kokskohlelieferanten von Europas größten Stahlherstellern ThyssenKrupp, ArcelorMittal und Tata Steel Europe verletzen Menschenrechte in Mosambik. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von Christlicher Initiative Romero (CIR) und Danwatch hervor. ThyssenKrupp bezieht den für die konventionelle Stahlherstellung notwendigen Rohstoff nach eigenen Angaben aus der Chipanga-Mine in Mosambik. Für deren Bau hat die Bergbaufirma Vale mit der mosambikanischen Regierung über tausend Familien in abgeschiedene Gebiete umgesiedelt. Der Landwirt und vierfache Familienvater Delvino Xadreque berichtet: „Einmal hier angekommen mussten wir feststellen, dass es nicht genug Wasser gab.“ Arbeitsplätze und die Versorgung mit Lebensmitteln sind laut Danwatch-Studie „Broken Promises“ ebenfalls knapp. „Wir haben ThyssenKrupp auf der Hauptversammlung mit den Menschenrechtsverletzungen in Mosambik konfrontiert“, sagt Anna Backmann. ThyssenKrupps Vorstandsvorsitzender Heinrich Hiesinger sagte, dem Unternehmen lägen „keine Erkenntnisse vor, dass bei Kohlelieferungen, die im Zusammenhang mit Bezügen aus Mosambik stehen, ökologische oder soziale Standards nicht eingehalten werden.“ Anna Backmann, Referentin der internationalen Kampagne Stop Mad Mining, findet diese Aussage grotesk: „Danwatch hat ThyssenKrupp bereits am 13. August über die Zustände informiert, ohne eine Reaktion zu erhalten.“...

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29 January 2016

Konzernkritik: NGOs fordern Kurswechsel von Thyssenkrupp

Autor/in: EPO online

Zur Thyssenkrupp-Hauptversammlung am Freitag in Bochum hat ein Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen den Konzern zu einem ernstzunehmenden Kurswechsel aufgefordert. Thyssenkrupp stehe wegen Umweltverschmutzung in Brasilien in der Kritik, komme seiner Sorgfaltspflicht als Zulieferer nicht nach und exportiere Rüstungsgüter in Krisenregionen, erklärten die NGOs...Thyssenkrupp steht auch als Zulieferer in der Kritik. "Zu Thyssenkrupps Sorgfaltspflichten gehört die vorherige Überprüfung der Abnehmer seiner Produkte", so Igor Birindiba Batista vom Netzwerk Kooperation Brasilien (KoBra) aus Freiburg. TK habe Equipment an die umstrittene Kupfermine Tintaya Antapaccay in Peru und an den brasilianischen Bergbaukonzern Samarco, u.a. Rohrleitungen für eine rund 400 Kilometer lange Eisenerzpipeline geliefert. "Der von Samarco fahrlässig herbeigeführte Dammbruch der Bergbaudeponie bei Mariana im November ist die größte Umweltkatastrophe in der Bergbaugeschichte Brasiliens", so Batista. Das Unternehmen sei ein denkbar schlechter Geschäftspartner: "Samarco operiert jenseits des legalen Rahmens. Einen Notfallplan für einen Dammbruch gab es nicht, obwohl der kritische Zustand des Auffangbeckens seit 2013 durch einen Gutachter bestätigt wurde. Der Santarém-Damm an der Mine Germano wird außerdem nach Angaben der Umweltbehörde des Bundesstaats Minas Gerais seit Mai 2013 illegal betrieben", so Batista...

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29 January 2016

Thyssenkrupp kommt Sorgfaltspflichten als Zulieferer nicht nach

Autor/in: Dachverband Kritische Aktionäre

...Der Dachverband der Kritischen Aktionäre, urgewald, die Christliche Initiative Romero (CIR), die Kooperation Brasilien, das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung und die Initiative "Stop Mad Mining" forderten die Thyssenkrupp AG bei der Hauptversammlung am 29. Januar in Bochum zu einem ernst zu nehmenden Kurswechsel auf. Bei der Rohstoffbeschaffung missachtet der Stahl-, Technologie- und Rüstungskonzern die Sorgfaltspflicht in der eigenen Zuliefererkette. Bei den stark gewachsenen Rüstungsexporten schreckt Thyssenkrupp nicht vor der Lieferung von U-Booten und Fregatten in Krisenregionen wie Algerien, Ägypten und Israel zurück. Christian Russau, Vorstandsmitglied des Dachverbands, kritisierte in seiner Rede Thyssenkrupps Verständnis von Nachhaltigkeit. Er lud den Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger ein, sich mit ihm im April am TKCSA-Stahlwerk an der Bucht von Sepetiba zu treffen, wenn dem Werk die Betriebsgenehmigung entzogen werde. Marcos da Costa Melo (FUgE) verlas den Offenen Brief der Fischer und anderer Gruppen, die vom TKCAS-Stahlwerk bei Rio de Janeiro geschädigt wurden...

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29 January 2016

ThyssenKrupp: Alles ganz nachhaltig

Autor/in: Spiegel Online, Nils Klawitter

...Bereits vor einigen Jahren waren für die Minen Benga und Chipanga mehr als tausend Menschen aus ihrem angestammtem Umfeld in Gegenden abgeschoben worden, wo bis heute nicht einmal ihre Wasserversorgung gesichert ist. Laut der Studie verstießen die Aktionen selbst gegen nationale Gesetze in Mosambik, die eine adäquate Entschädigung vorsehen. Die Wiederherstellung des Lebensunterhalts, so die leicht zynische Reaktion des britisch-australischen Konzerns Rio Tinto auf die Studie, brauche "seine Zeit". Ansonsten zeigten sich die Bergbauunternehmen nicht sehr gewillt, auf Fragen einzugehen. ThyssenKrupp gibt sich da zumindest transparenter. Mehr als 100 Nachhaltigkeits-Audits habe man im vergangenen Jahr durchführen lassen, so Hiesinger. Auch Mosambik sei untersucht worden. Bei der Chipanga-Mine des brasilianischen Konzerns Vale habe man keine Erkenntnisse, dass soziale Standards verletzt seien. Bei Rio Tinto (bis 2014 Haupteigner der Benga Mine) laufe die Untersuchung noch. Hier seien 2013/14 auch nur "kleine Versuchsmengen" bezogen worden. In jedem Jahr immerhin 36.000 Tonnen.Die positive Bewertung der Chipanga-Umsiedlung hält Anna Backmann von der "Stop Mad Mining"-Kampagne für grotesk: "Allein hier sind fast 1000 Familien um ihre Lebensgrundlage gebracht worden." Deutschlands größter Stahlhersteller malocht dennoch verbissen an seinem Image: Fünfzig mal taucht allein der Begriff nachhaltig im Geschäftsbericht auf....

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