China: Kritik an Äußerungen von Volkswagen-Chef

Autor/in: Steffen Wurzel, Tagesschau, Veröffentlicht am: 20 April 2019

'Ahnungslos beim Thema Menschenrechte', 20 April 2019

Herbert Diess Anfang der Woche bei einer Veranstaltung im Rahmen der Shanghaier Automesse. Ein Reporter des britischen Fernsehsenders BBC spricht den Volkswagen-Chef auf ein heikles Thema an: die systematischen Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang, im Nordwesten Chinas. Hintergrund der Frage: Volkswagen betreibt seit einigen Jahren eine Fabrik in dem muslimisch geprägten Landesteil.

Diess antwortet zunächst selbstbewusst: Er sei stolz darauf, dass Volkswagen Arbeitsplätze in Xinjiang schaffe. Was er denn zu den Internierungslagern sage, hakt Reporter Robin Brant nach. Und zur Tatsache, dass Chinas Staats- und Parteiführung in diesen Lagern eine Million Uiguren feshalte? Er könne das nicht beurteilen, sagt Diess. Er wisse nicht, was mit der Frage gemeint sei. [...]

Die Aussage von Diess sei "entweder naiv oder heuchlerisch", so Büttner [Human Rights Watch]. "Die Lage in der Region Xinjiang ist bekannt - durch die Medien und durch die internationale Öffentlichkeit. [...]"

Was hinter der Aussage von Diess stecke, sei klar, sagen Menschenrechtsaktivisten: Weil China der mit Abstand wichtigste Markt für Volkswagen sei, versuche der Konzern dort alles, um nicht anzuecken, um Probleme mit den Behörden zu vermeiden. Aber auch viele deutsche Wirtschaftsleute in China schütteln den Kopf über die Äußerungen des VW-Chefs. [...]

Inzwischen hat der VW-Konzern die Aussagen des Vorstandchefs relativiert. Volkswagen sei sich der Lage in der Region Xinjiang bewusst, erklärte ein Firmen-Sprecher. Man sei bemüht, vor Ort einen Beitrag zur Entwicklung der Region und zum Zusammenleben der dortigen Volksgruppen zu leisten. [...]

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Betreffende Unternehmen: Volkswagen