Europa: Neue Recherchen belegen Menschenrechtsverstöße in der Produktion für deutsche Modemarken

Anlässlich des 7. Jahrestages des Einsturzes des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch veröffentlichten die Kampagne für Saubere Kleidung und Brot für die Welt neue Untersuchungen über die Arbeitsbedingungen in europäischen Fabriken, die für deutsche Marken Esprit, Gerry Weber und Hugo Boss produzieren. Die Recherche fand zahlreiche Verstöße gegen die Menschenrechte in den untersuchten Ländern (Bulgarien, Kroatien, Serbien und Ukraine), der schwerwiegendste in Bezug auf die gezahlten Löhne: Nach wie vor würden Arbeiter*innen, überwiegend Frauen, weniger als einen existenzsichernden Lohn erhalten und seien trotz des Risikos von COVID-19 gezwungen, ohne angemessene Schutzmaßnahmen zu arbeiten, oder aufgrund von Auftragsstornierungen unter Druck gesetzt, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert von Esprit, Gerry Weber und Hugo Boss, sich bei ihren Lieferanten zu engagieren, und fordert einen gesetzlichen Rahmen, der auch in Krisenzeiten garantiert, dass Unternehmen die Menschenrechte entlang ihrer Lieferketten sicherstellen. 

Zudem werden weitere deutsche Marken genannt, die laut dem Bericht in Bulgarien, Kroatien, Serbien und/oder der Ukraine Ware produzieren. Business & Human Rights Resource Centre hat die Unternehmen zu einer Stellungnahme eingeladen; diese sind hier auf Englisch erhältlich.

Get RSS feed of these results

Alle Teile dieser Story

Artikel
28 April 2020

Ausbeutung in Europa: Menschenrechtsverstöße in der Produktion für deutsche Modemarken

Autor/in: Simone Preuss, Fashion United

Als eine der größten Modehandelsnationen der Welt ist Deutschland der wichtigste Auftraggeber für Bekleidung hergestellt in der Ukraine und Bulgarien und der zweitwichtigste für Kroatien und Serbien. Für ihre Studie „Ausbeutung Made in Europe“ befragten Forscherinnen und Forscher in den vier untersuchten Ländern für die Kampagne für Saubere Kleidung und Brot für die Welt Beschäftigte von Lieferanten deutscher Modefirmen in der Ukraine, Serbien, Kroatien und Bulgarien. In allen vier Ländern arbeiten ungefähr 120.000 Arbeiterinnen und Arbeiter allein für deutsche Marken...

Die Recherche fand etliche Verstöße gegen die Menschenrechte in den untersuchten vier Ländern, der schwerwiegendste in Bezug auf die gezahlten Löhne...

Gender-Diskriminierung ist naheliegend, da in allen vier Ländern die Bekleidungsindustrie mit einem Anteil von 90 Prozent und mehr weiblicher Beschäftigter das am schlechtesten bezahlte verarbeitende Gewerbe ist...

Beschäftigte aller untersuchten Betriebe berichteten über Drohungen, Beleidigungen, Demütigungen und Einschüchterungen...

Als Folge der unzumutbaren Arbeitsverhältnisse klagen die Arbeiterinnen über ständige Erschöpfung und chronische Müdigkeit...

Als weitere Verstöße gegen Menschenrechte... wurden Zwangsarbeit bei den untersuchten Hugo Boss- , Esprit- und Gerry Weber-Lieferanten in der Ukraine, Kroatien und Bulgarien sowie Repression gewerkschaftlicher Aktivitäten insbesondere beim bulgarischen Hugo Boss-Zulieferer genannt...

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Artikel
24 April 2020

Sieben Jahre nach Rana Plaza stürzt die Coronakrise die Näherinnen in der Textilindustrie in neues Leid – auch in Europa

Autor/in: Kampagne für Saubere Kleidung

Vor sieben Jahren ist die Rana-Plaza-Textilfabrik in Bangladesch eingestürzt. Mehr als 1.200 Frauen und Männer starben damals. Doch noch immer werden bei der Produktion unserer Kleidung Menschen- und Arbeitsrechte verletzt – aktuell durch die Coronakrise. Nicht nur in Asien oder Afrika, sondern auch bei uns in Europa. Wir brauchen endlich ein Gesetz, das Modeunternehmen zwingt, dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte in ihren Lieferketten nicht mehr verletzt werden. 

In Serbien, der Ukraine, Kroatien und Bulgarien nähen an die 120.000 Beschäftigte für deutsche Modefirmen wie Hugo Boss, Gerry Weber, Esprit sowie andere deutsche Supermarkt-, Drogerie- und Modeketten. Fabrikbesitzer zwingen sie auch jetzt, in die Fabrik zu gehen und zu arbeiten – trotz des Risikos, sich und damit ihre Familien mit dem SARS-CoV-2 zu infizieren...

“Um vom Lohn leben zu können, müssten die Näherinnen in der Ukraine, Serbien, Kroatien oder Bulgarien das Drei- bis Fünffache verdienen“, so Musiolek. Dies passiere auch nicht, weil Marken wie Hugo Boss, Esprit und Gerry Weber ihren Lieferanten viel zu niedrige Einkaufspreise zahlen. Aktuell fällt selbst dieser Lohn oft weg, weil Modeunternehmen in Deutschland Aufträge kündigten. Oder weil Fabriken, die für deutsche Modemarken wie Hugo Boss produzieren, ihre Beschäftigten zwingen, unbezahlten Urlaub zu nehmen...

Die CCC fordert von Esprit, Gerry Weber und Hugo Boss, sich bei ihren Lieferanten zu engagieren...

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Bericht
24 April 2020

[Bericht] Ausbeutung: Made in Europe

Autor/in: Kampagne für Saubere Kleidung, Brot für die Welt

Lesen Sie hier den vollständigen Post