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Briefing

Shifting ground: Menschenrechte, chinesische Investitionen und der "Wettlauf" um kritische Rohstoffe für die Energiewende

Chalefun Ditphudee / Earthrights International

Dieser Bericht untersucht Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden im Zusammenhang mit chinesischen Auslandsinvestitionen in Rohstoffprojekte für die Energiewende im Zeitraum von Januar 2023 bis Dezember 2025. Die Analyse umfasst 93 Projekte im Zusammenhang mit 11 Rohstoffen, die für die Energiewende von zentraler Bedeutung sind.

Als Fortsetzung unseres Berichts von 2023 über die menschenrechtlichen Auswirkungen chinesischer Auslandsinvestitionen in Rohstoffe für die Energiewende (basierend auf Daten aus den Jahren 2021–2022) enthält diese Studie einen erweiterten Datensatz, der dem beschleunigten Ausbau des weltweiten Bergbaus Rechnung trägt.

Die Ergebnisse dieses Berichts machen deutlich, dass weiterhin erhebliche Defizite bei Governance und Rechenschaftspflicht bestehen, die dringend angegangen werden müssen. Der kontinuierliche Anstieg der dokumentierten Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden zwischen 2021 und 2025 sowie das zunehmend unsichere Umfeld für Menschenrechtsverteidiger*innen zeigen, dass die Risiken für Menschenrechte und Umwelt in den Lieferketten von Rohstoffen für die Energiewende, die mit chinesischen Unternehmen verbunden sind, erheblich sind.

Gesamtzahl der dokumentierten Beschwerden pro Jahr

Wichtigste Erkenntnisse

  • Zwischen 2023 und 2025 wurden 326 Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden im Zusammenhang mit Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen in Rohstoffprojekte für die Energiewende dokumentiert. Damit stieg die Gesamtzahl der erfassten Vorwürfe im Zeitraum 2021 bis 2025 auf 434 – mit einem kontinuierlichen Anstieg in jedem Jahr seit 2021. Die zehn chinesischen Unternehmen, die mit den meisten Vorwürfen in Verbindung gebracht wurden, waren für mehr als zwei Drittel aller dokumentierten Vorwürfe verantwortlich.
  • Die meisten Fälle wurden in Indonesien (96 Vorwürfe) registriert, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (52), Myanmar (36), Serbien (32) und Simbabwe (20).
  • Die Antwortquote der Unternehmen stieg auf 27 %, verglichen mit 18 % im Zeitraum 2021–2022. Die Antworten konzentrierten sich jedoch weiterhin auf eine kleine Gruppe von Unternehmen – vor allem auf solche, die über formelle Menschenrechtspolitiken sowie ESG- oder Menschenrechtsabteilungen bzw. entsprechendes Fachpersonal verfügen.
  • Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger*innen entwickelten sich zu einem besonders besorgniserregenden Thema. Es wurden 18 Angriffe auf Personen dokumentiert, die Bedenken hinsichtlich chinesischer Unternehmensaktivitäten im Zusammenhang mit Rohstoffprojekten für die Energiewende geäußert hatten; ein Anstieg im Vergleich zu neun Fällen in den Jahren 2021–2022.
  • Die dokumentierten Vorwürfe betrafen verschiedene Rechteinhaber*innen, darunter lokale Gemeinschaften (einschließlich indigener Völker), Arbeitnehmer*innen und die Umwelt.
  • 179 Vorwürfe betrafen lokale Gemeinschaften. Die größten Risiken standen im Zusammenhang mit Lebensgrundlagen, Gesundheit sowie Landrechten
  • 143 Vorwürfe betrafen Arbeitnehmer*innen. Die schwerwiegendsten Risiken waren Arbeits- und Gesundheitsschutz, arbeitsbedingte Todesfälle sowie Lohnforderungen.
  • 169 Vorwürfe standen im Zusammenhang mit Umweltschäden. Die gravierendsten Risiken umfassten Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung sowie Verstöße gegen Umwelt- und Sicherheitsstandards.

Vor dem Hintergrund zunehmender Risiken für Menschenrechte und Umwelt ist hervorzuheben, dass mehrere Unternehmen stärker auf Vorwürfe reagiert haben, darunter auch mit ausführlicheren Antworten auf Anfragen des Business and Human Rights Centre.

Andere chinesische Unternehmen aus dem Bergbau- und Metallsektor scheinen diese Probleme jedoch weiterhin zu ignorieren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit größerer Transparenz als ersten Schritt hin zu echter Rechenschaftspflicht.

Besonders besorgniserregend ist, dass die drei Unternehmen mit den meisten dokumentierten Vorwürfen – auf sie entfällt rund ein Drittel aller erfassten Vorwürfe – öffentlich zugängliche Menschenrechtsrichtlinien verabschiedet haben. Dies wirft grundlegende Fragen hinsichtlich der wirksamen Umsetzung dieser Richtlinien und des tatsächlichen Engagements dieser Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte auf