Interview mit TUI-Sprecher über Seenotrettung von 111 Geflüchteten

Autor/in: Charlotte Köhler, taz, Veröffentlicht am: 25 July 2019

"Ein Gebot der Humanität", 24. Juli 2019

taz: Vergangenen Freitag nahm Ihr Schiff 111 in Seenot geratene Flüchtlinge nahe der griechischen Halbinsel Peleponnes auf. Wie verlief die Rettung?

Bernd Hoffmann: Der Rettungseinsatz wurde durch den dringenden Aufruf der griechischen Küstenwache zur Unterstützung eines Boots in Seenot ausgelöst. Aufgerufen waren alle sich in der Nähe der angegebenen Position befindlichen Schiffe. Die „Marella Discovery“ hat daraufhin ihren Kurs geändert und die angegebene Position angesteuert...

Kreuzfahrtschiffe haben aufgrund der Klimabewegung ein schlechtes Image, jetzt wurde das Personal ihrer Crew zu Lebensrettern. Wieso wird dies von der TUI Group nicht öffentlich kommuniziert?

Es versteht sich von selbst, dass wir Menschen in Seenot helfen. Dies ist unabhängig vom Seerecht ein Gebot der Humanität. Die Crew unserer britischen Kreuzfahrttochter Marella hat nach Kapitänsentscheid schnell und besonnen gehandelt. Menschen in Not und in Lebensgefahr hilft man überall auf der Welt, ob zu Hause oder auf See.

Wie positioniert sich TUI zu der Seenotrettung von Geflüchteten?

Bei der Seenotrettung stellt sich die Frage nach der persönlichen Situation des oder der Schiffbrüchigen nicht. Die Seenotrettung stellt für jeden Seefahrer eine Selbstverständlichkeit dar, so auch für unsere Kapitäne und Offiziere. Menschen, die in Not geraten, muss geholfen werden, das ist keine politische, sondern eine menschliche Frage.

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Betreffende Unternehmen: TUI Travel