Kehrseite der Elektromobilität: Lithium-Abbau in Südamerika gefährdet Lebensgrundlage & Trinkwasserzugang der indigenen Bevölkerung

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Artikel
27 May 2019

Wettkampf um Lithium in Südamerika hat schwere Folgen für Umwelt & indigene Völker

Autor/in: Philipp Lichterbeck, Tagesspiegel

"Bolivien versucht die drastischen Umweltfolgen der neuen Mobilität zu lindern", 21. Mai 2019

Ende letzten Jahres schloss die schwäbische ACI Systems Alemania (ACISA) mit dem jungen bolivianischen Staatskonzern Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) ein Joint Venture...

Das Projekt beinhaltet [...] den Bau dreier Batterie-Fabriken in Bolivien... 10.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze könnten entstehen...

ACISA setzte sich gegen acht internationale Konsortien durch. Dabei spielten Umweltaspekte eine große Rolle. ACI versprach die Ausbeutung umweltverträglich zu gestalten, etwa regenerative Energien zu nutzen und eine dezentrale Stromversorgung aufzubauen. Zudem wird das bolivianische Staatsunternehmen YLB einen Anteil von 51 Prozent an dem Joint-Venture halten...

Chile ist der zweitgrößte Produzent der Welt. Dabei kontrollieren zwei Unternehmen die Lithium-Ausbeutung in Chile: Der US- Konzern Albermarle und das chilenische Privatunternehmen SQM (Sociedad Quimica y Minera de Chile)...

[E]ins wird in großen Mengen benötigt, um Lithium zu gewinnen: Wasser... Bei diesem Prozess braucht man insgesamt zwei Millionen Liter Wasser für die Herstellung einer Tonne Lithiumsalz. 

Das hat rund um die Atacamawüste zum Absinken des Grundwasserspiegels geführt. Einige Flussläufe sind ausgetrocknet, die zumeist indigene Bevölkerung hat kein Wasser mehr zum Leben...

SQM und Albermarle [...] konkurrieren nun um das Wasser...

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Artikel
30 April 2019

Kehrseite der Energiewende

Autor/in: Susanne Götze, Deutschlandfunk

[...] Lithium wird gebraucht, um Batterien herzustellen. [...] Rund zehn Kilo Lithium brauchen die Hersteller für eine einzige Elektro-Auto-Batterie für ein Elektroauto. Allein seit 2016 hat sich der weltweite Lithiumabbau mehr als verdoppelt und Experten schätzen, dass bis 2030 jedes Jahr mehr als 240.000 Tonnen Lithium in der Automobilindustrie gebraucht werden. Für die Ureinwohner Argentiniens dürfte dieser wachsende Lithium-Bedarf zum Problem werden. [...]

Marcelo Sticco ist bis heute einer der wenigen unabhängigen Hydrologen, die sich mit der Lithium-Förderung in der Region und den Folgen für die Süßwasservorräte beschäftigen. [...] Nach Ansicht des Hydrologen könnten die Süßwasserverluste das Leben in der Region schon bald unmöglich machen. [...]

Die derzeitige Verdunstungstechnologie, die zum Lithiumabbau genutzt wird, führt auch in anderen Ländern wie Chile zu Problemen. [...] Dabei gäbe es sogar Alternativen. Ein kanadisches Unternehmen stellte kürzlich eine Technologie vor, bei der das Lithium mit Hilfe von Nanotechnologie direkt aus der Flüssigkeit extrahiert und das Restwasser zurück in den Untergrund gepumpt wird. So wird das problematische Absinken des Wasserspiegels verhindert, und die Trinkwasserreserven bleiben erhalten. [...]

In Argentinien zeichnet sich bei der Lithiumförderung jedoch keine Trendwende ab. Beim sogenannten nationalen Lithiumtisch, einem hochrangigen Treffen von Ministern und Regionalpolitikern, kündigte Argentiniens Präsident Mauricio Macri an, dass in den nächsten vier Jahren 100.000 Tonnen Lithium in der Puna-Region gefördert werden sollen. [...]

Die Kolla-Gemeinden empfinden Macris Pläne als Kampfansage. Sie haben bereits vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte gegen die Lizenzvergaben des argentinischen Staates geklagt. Grundlage dafür ist ein Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Demnach müssen Unternehmen und Politik indigene Gemeinschaften ausreichend über kommerzielle Vorhaben informieren und über die Folgen aufklären. [...]

[mit Bezug auf Toyota, BMW, Volkswagen, Daimler, Orocobre, Lithium Americas, Sales de Juyjuy & ACI Systems Alemania]

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