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Artikel

24 Nov 2022

Autor:
CORREKTIV

Correctiv-Recherche berichtet von prekären Arbeitsbedingungen in der Logistikkette von Amazon

"Die Maschine Amazon", 24. November 2022

Pro Jahr verschickt Amazon hunderte Millionen Pakete. Ein paar Klicks, und wenig später steht der Kurier vor der Tür. Eine Recherche von CORRECTIV.Lokal blickt hinter die Stationen der Logistikkette und zeigt ein System, das auf Druck, Kontrolle und extremer Belastung beruht. Einblicke in das Getriebe einer Maschine, die nicht stillstehen darf.

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Der Tod des Mitarbeiters mag ein extremes Beispiel sein. Aber die Art, wie ringsherum der Arbeitsalltag anscheinend ohne Unterbrechung weiterlief, steht beispielhaft für das System Amazon, das auf maximale Effizienz setzt und Pausen nicht kennt. 

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CORRECTIV.Lokal hat sieben Monate lang in verschiedenen Regionen Deutschlands recherchiert. Zu den Recherchepartnern zählen die Nürnberger Nachrichten, Badischen Neuesten Nachrichten, Leipziger Volkszeitung, Nordstadt Blogger, Ostfriesen-Zeitung, Nordsee-Zeitung, Rheinische Post und weitere Medien. Die Lokaljournalistinnen und -journalisten sind zeitgleich losgezogen und veröffentlichen parallel eigene Geschichten. Zusammen haben wir in das Getriebe des Logistik-Giganten Amazon geschaut. 

Wir haben mit mehr als 100 Menschen gesprochen, die in der Logistikkette von Amazon arbeiten oder Einblicke in die Abläufe hatten, Logistik-Angestellte, Lkw-Fahrer und Kuriere. Wir haben Arbeitsverträge und Dienstpläne eingesehen, Chatverläufe gelesen. Und wir haben Dokumente ausgewertet, darunter Kontrollberichte von Arbeitsschutzbehörden und Antworten von Datenschutzbehörden.

Auf Anfrage zu prekärer Arbeit antwortet der Online-Handelsgigant mit pauschalen Aussagen und PR-Phrasen: Die Beschäftigten seien das „Herz von Amazon“, jeder sei eingeladen, sich auf von dem Unternehmen organisierten und begleiteten Besuchertouren selbst ein Bild von der Arbeit zu machen. Der Konzern verweist auf den im Branchenvergleich relativ fairen Lohn ab 13 Euro pro Stunde, auf Weiterbildungsprogramme und „gute Perspektiven“. Zudem arbeite Amazon stetig an „Verbesserungen“. Welche das sind, schreibt der Konzern nicht.

Demgegenüber stehen diese Recherchen. Amazon ist der mit Abstand größte Akteur in einer Branche, in der Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen offenbar zum Geschäftsmodell gehören. Ein Amazon-Paket geht durch die Hände vieler Menschen, die unter prekären Umständen arbeiten. Manche Arbeiter laufen einen Halbmarathon am Tag und haben kaum Zeit für eine Toilettenpause. Lkw-Fahrer sind so müde, dass sie ständig damit kämpfen, nicht am Steuer einzuschlafen. Viele berichten über stetigen Druck und wie eng ihre Aufgaben getaktet sind. Die Menschen arbeiten zum Teil neben Robotern, überwacht von Computern. 

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