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Artikel

5 Mai 2025

Autor:
Der Spiegel

Deutschland: Umweltverbände fordern Importstopp für Flüssigerdgas aus Russland wegen mutmaßlich indirekter Kriegsfinanzierung

"Umweltverbände fordern von Merz Verzicht auf Flüssigerdgas aus Russland", 5. Mai 2025

Deutsche und ukrainische Umweltorganisationen fordern vom wohl künftigen Bundeskanzler Friedrich Merz den Importstopp von Flüssigerdgas aus Russland. Denn mit dem Kauf werde der russische Angriffskrieg indirekt unterstützt...

In einem offenen Brief fordern sie den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler auf, sich gegen die indirekte Finanzierung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine durch den Kauf von Gas einzusetzen. Die Organisationen kritisieren, dass das bundeseigene Unternehmen Sefe, einst eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom, »Rekordmengen« an russischem Flüssigerdgas (LNG) für Europa beziehe.

Die bisherige Bundesregierung habe versprochen, russische Gasimporte schrittweise einzustellen, schreiben die Verbände... Zu den sieben Unterzeichnern gehören die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Umweltinstitut München, Razom We Stand und Business 4 Ukraine. Die EU hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 zahlreiche Sanktionen gegen russische Energieträger wie Kohle und Öl verhängt. Bis 2027 will die EU kein Gas mehr aus Russland importieren, rechtlich bindend ist dieses Vorhaben jedoch nicht. Seit dem Jahreswechsel lässt die Ukraine kein russisches Erdgas mehr passieren und hat den Transit durch Pipelines über ihr Staatsgebiet unterbunden...

Die Umweltverbände wandten sich auch gegen eine inzwischen wieder diskutierte Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2. »Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 würde nicht nur Putins Kriegskasse mitfinanzieren, sondern Europa weiter von fossilem Erdgas abhängig machen und damit die Klimaschutzziele sabotieren«, schreibt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH...