abusesaffiliationarrow-downarrow-leftarrow-rightarrow-upattack-typeburgerchevron-downchevron-leftchevron-rightchevron-upClock iconclosedeletedevelopment-povertydiscriminationdollardownloademailenvironmentexternal-linkfacebookfiltergenderglobegroupshealthC4067174-3DD9-4B9E-AD64-284FDAAE6338@1xinformation-outlineinformationinstagraminvestment-trade-globalisationissueslabourlanguagesShapeCombined Shapeline, chart, up, arrow, graphlocationmap-pinminusnewsorganisationotheroverviewpluspreviewArtboard 185profilerefreshIconnewssearchsecurityPathStock downStock steadyStock uptagticktooltiptwitteruniversalityweb
Artikel

30 Apr 2021

Autor*in:
Nicola Abé, Sonja Peteranderl und Maria Stöhr, Spiegel

Gewalt gegen Aktivist*innen, die Umwelt & Land vor illegaler Abholzung, Bergbau & anderen Megaprojekten schützen, nimmt weltweit zu

»Firmen beauftragen Mörder, um Umweltschützer töten zu lassen«, 25. April 2021

Die Nichtregierungsorganisation Global Witness hat in ihrem 2020 veröffentlichten Bericht »Defending Tomorrow« ein Rekordhoch von Morden dokumentiert: Allein im Jahr 2019 wurden weltweit 212 Menschen, die Umwelt, Tiere oder ihr Land verteidigten, umgebracht – durchschnittlich mehr als vier pro Woche. Und das ist nur die offizielle Statistik: Die Organisation geht davon aus, dass die Mordrate tatsächlich höher ist; Morde in Ländern und Regionen, in denen die Arbeit von Presse und Nichtregierungsorganisationen eingeschränkt ist, bleiben undokumentiert.

In keinem Land der Welt wurden mehr Umweltaktivisten ermordet als in Kolumbien. Doch auch die Philippinen und Brasilien sind für sie besonders gefährliche Regionen.

Die Organisation wertet derzeit die jüngsten Daten aus der Pandemiezeit aus – klar ist bereits, dass das Risiko nicht gesunken ist, im Gegenteil. »Die Morde gehen weiter«, sagt Alice Harrison von Global Witness. »Die Lage ist in Ländern wie Kolumbien für Umweltschützer sogar noch schlimmer geworden, da sie im Lockdown leichtere Ziele sind – mehrere Menschen sind in ihren Häusern erschossen worden.«

Harrison zufolge treibe die steigende Nachfrage nach billigen Produkten, Lebensmitteln, Energie, aber auch Mineralien, die in Laptops oder Autos verbaut werden, die Jagd auf Land und natürliche Ressourcen an...

Wenn Land für Bergbau, Agrar- und Forstwirtschaft oder Dämme zur Wasser- und Stromerzeugung erschlossen werden, sind die dort lebenden Menschen oft ein Hindernis für die Pläne von Unternehmen, Staaten oder Lokalpolitikern. Zudem ist dem »World Atlas of Illicit Flows 2018« zufolge Umweltkriminalität in Konfliktregionen mittlerweile die größte Einnahmequelle für kriminelle Gruppen und Terrororganisationen – dazu zählen Wilderei, unerlaubte Abholzung oder der illegale Abbau von Gold, Diamanten und anderen Rohstoffen.

Wer hinter den Umweltschützer-Morden steckt, wird selten aufgeklärt. Meist ermitteln Regierungen, lokale Funktionäre und Sicherheitskräfte kaum, teils sind sie sogar Komplizen von kriminellen Gruppen, rücksichtslosen Ranchern oder Unternehmen...

Unternehmen würden Global Witness zufolge fast immer ungestraft davonkommen...