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Artikel

24 Nov 2021

Autor*in:
David Speier, taz

Morddrohungen gegen Aktivist*in­nen: Fleischfabrik-Streit spitzt sich zu

Schon seit über einem Jahr engagiert sich der Verein „Landschaftsschutz Schaumburg“ und die Bürgerinitiative „Wir lieben Bückeburg“ in der niedersächsischen Kleinstadt für den Erhalt eines Landschaftschutzgebiets: Die Fleischfa­brik Bauerngut, Tochterunternehmen des Lebensmittelkonzerns Edeka Hannover-Minden, will ein Hochregallager auf der grünen Wiese errichten (taz berichtete). Doch das Engagement hat erbitterte Feinde: Um­welt­schüt­ze­r*in­nen haben kürzlich Morddrohungen erhalten ­– nicht zum ersten Mal.

Bauerngut will das Hochregallager wenige Hundert Meter entfernt vom Schlachtbetriebsgelände errichten. Allerdings ist die vorgesehene Wiese Teil eines Landschaftschutzgebiets, das wiederum unmittelbar an ein Naturschutzgebiet grenzt. Die Kapazitätsgrenzen am derzeitigen Standort seien erschöpft, so das Unternehmen.

Mitte Oktober hatte ein Vorstandsmitglied des Vereins „Landschaftsschutz Schaumburg“ ein erstes Drohschreiben erhalten, in dem auch seine Familie bedroht wurde. Nach einem Vorstandwechsel erhielten die neuen Vorstandsmitglieder ebenfalls wenige Tage später Morddrohungen an ihre Privatadresse. Der Verein ist davon überzeugt, dass die Drohungen im Zusammenhang mit dem Engagement gegen das Logistikzentrum stehen. In beiden Fällen wurde bei der Polizei Strafanzeige erstattet.

Bereits Anfang des Jahres ging auch bei der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ein Drohschreiben ein, nachdem sie sich gegen das Bauvorhaben positioniert hatte. Ob eine Verbindung zwischen den verschiedenen Drohungen besteht, ermittelt nun die Staatsschutzabteilung der Polizei.

Das Bauprojekt polarisiert in der Region nicht zuletzt, weil Bauerngut in der Vergangenheit mit dem Wegzug gedroht hatte, sollte das Hochregallager nicht an dem geplanten Standort entstehen. Bis zu 850 Arbeitsplätze und Gewerbesteuern stünden auf dem Spiel. 80 neue Arbeitsplätze sollen dagegen durch das neue Hochregallager geschaffen werden...

Die Geg­ne­r*in­nen des Bauvorhabens befürchten eine Störung des Landschaftsschutzgebiets und negative Auswirkungen auf das nahe gelegene Naturschutzgebiet Hofwiesenteiche, das ein wertvolles Feuchtgebiet ist...

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