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Bericht

21 Sep 2021

Autor*in:
Benjamin Luig, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Studie: Bittere Orangen - Der Export von Zitrusfrüchten von Südafrika nach Deutschland

In der Studie «Bittere Orangen» wurden die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf fünf Farmen in der Provinz Ostkap in Südafrika untersucht. Die Farmen produzieren für Packhäuser, die wiederum Supermarktkonzerne wie Edeka, Rewe und Lidl beliefern.

Die Marktmacht innerhalb der Lieferkette ist extrem ungleich verteilt. Dies drückt sich in problematischen Handelspraktiken deutscher Supermarktkonzerne aus. Lidl, Rewe und Co. setzen die Zulieferer zum Beispiel durch kurzfristige Lieferverträge und das Nachverhandeln von Preisen zu ihrem eigenen Vorteil unter Druck. Außerdem sind die Preismargen entlang der Lieferkette ungleichmäßig verteilt. Von den knapp zwei Euro, die ein Kilogramm Orangen im Supermarkt in Deutschland kostet, verbleiben etwa 60 Cent auf der Ebene des Einzelhandels in Deutschland. Die Bruttomarge des südafrikanischen Produzenten liegt mit 45 Cent bei weniger als einem Viertel des Endpreises. Der Anteil, den die fest angestellten, ganzjährig beschäftigten südafrikanischen Landarbeiter*innen erhalten, liegt umgerechnet gerade einmal bei sechs Cent.

Darüber hinaus wurden auf den untersuchten Betrieben massive Arbeitsrechtsverletzungen festgestellt; fehlender Zugang zu Trinkwasser, akute Pestizidvergiftungen sowie die Schikane von Gewerkschaftsvertreter*innen sind eher die Regel als die Ausnahme.

Die Studie zeigt, wie dringend ein effektives Lieferkettengesetz in Deutschland ist. Der südafrikanische Zitrussektor wird ein Prüfstein für das neue Gesetz werden.

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