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Artikel

14 Nov 2022

Autor:
taz

Union-Busting: Sixt muss drei fristlos gekündigte Mitarbeiterinnen weiterbeschäftigen

"Autovermieter gegen Mitbestimmung", 8.11.2022

Sixt kündigte Mitarbeiterinnen, die in Düsseldorf einen Betriebsrat gründen wollten. Nun kassiert das Unternehmen eine weitere Klatsche.

DÜSSELDORF taz | Deutschlands größter Autovermieter, Sixt, hat bei seinem Kampf gegen Betriebsräte erneut eine heftige Niederlage einstecken müssen. Das in mehr als 100 Ländern präsente Unternehmen muss am Standort Düsseldorf drei fristlos gekündigte Mitarbeiterinnen weiterbeschäftigen, entschied das Landesarbeitsgericht in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt am Dienstag.

Eine Revision wurde in allen drei Fällen nicht zugelassen. Die Frauen hatten im August 2021 versucht, eine Ar­beit­neh­me­r:in­nen­ver­tre­tung zu gründen.

Sixt fährt traditionell eine harte Linie gegen jede Art innerbetrieblicher Mitbestimmung. Bis heute gibt es im gesamten Unternehmen, für das international mehr als 6.400 Menschen arbeiten, keinen einzigen Betriebsrat. Entsprechend reagierte die Geschäftsführung auf den Vorstoß am Düsseldorfer Flughafen: Es hagelte Abfindungsangebote von zunächst 15.000 Euro und fristlose Kündigungen für die drei Betriebsrats-Initiatorinnen.

Einer der Frauen soll Personalchefin Katharina Reichenberger sogar 150.000 Euro geboten haben – wenn sie nur die Firma verließe. „Das zeigt, dass Sixt fast jeden Preis zahlen will, um Betriebsräte zu verhindern“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim, der die drei Mitarbeiterinnen unterstützt.

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Laut Betriebsverfassungsgesetz dürfe Sixt gegen die Gründung eines Betriebsrats „nichts, gar nichts“ tun: „Sie haben sich jeglicher Einflussnahme zu enthalten“, ermahnte der Richter den Geschäftsführer. Stattdessen habe die Autovermietung den Eindruck erweckt: „Wer bei uns versucht, einen Betriebsrat zu gründen, fliegt raus.“

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Die Gründung von Ar­beit­neh­me­r:in­nen­ver­tre­tun­gen bleibe nicht nur am Standort Düsseldorf „selbstverständlich weiter das Ziel von Verdi“.