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Zalando und die Zulieferer: Der Online-Händler weist wenig Konkretes vor, wenn es um Arbeitsrechte geht

Anlässlich der bevorstehenden Hauptversammlung von Zalando am 19. Mai 2021 stellt Gisela Burckhardt, Aktionärin und Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation FEMNET, kritische Fragen an den Online-Händler.

„Im Vergleich zu den Anstrengungen im Umweltbereich, die Zalando unternimmt, klingen Aussagen zur Umsetzung der Menschenrechte ziemlich hohl. Viele Versprechen, wenig Taten.“, merkt Burckhardt an... Bisher hat sich Zalando nicht bereit erklärt, den Aufruf der Clean Clothes Campaign für eine Sozialversicherung der Arbeiter*innen zu unterstützen, um für weitere Katastrophen besser vorbereitet zu sein. Viele Textilarbeiter*innen im globalen Süden haben während der Corona-Krise ihre Arbeit verloren oder sind von massiven Lohneinbußen betroffen. Teilweise erhalten sie nur noch die Hälfte ihres ohnehin äußerst geringen Einkommens.

Ebenfalls im Fokus der kritischen Aktionärin: Zalando und seine zahlreichen Zulieferer in China. „Kann Zalando ausschließen, dass seine Produkte unter Zwangsarbeit der Uiguren hergestellt werden?“, will Gisela Burckhardt wissen.

Auch zu einer Fabrik in Myanmar, die Zalando beliefert, hakt die Aktivistin nach: „Hat Zalandos Zulieferer Arbeiter*innen entlassen, weil sie an Protesten teilgenommen haben oder am Arbeitsplatz fehlten, z.B. weil sie sich verstecken mussten? Hat die Fabrik den Beschäftigten die vollen Löhne für die letzten Monate gezahlt?“

Zalando wirbt damit, ein nachhaltiges Unternehmen zu sein und Kleidung in den Kreislauf zurückzuführen. Mit recycelter Kleidung zu werben, sei eine Irreführung der Verbraucher*innen, argumentiert Burckhardt. Denn die Recycling-Ware bestehe bisher kaum aus alten Kleidern, sondern werde überwiegend aus PET Flaschen hergestellt. Auch kritisiert sie, dass das Unternehmen von nachhaltiger Baumwolle spreche, obwohl die Verwendung von Bio-Baumwolle bei Zalando gerade einmal bei 16 Prozent liegt, und 54 Prozent der Baumwolle nach dem relativ schwachen BCI-Standard (Better Cotton Initiative) zertifiziert sei.

Lobend erwähnt die FEMNET-Vorsitzende die Kennzeichnung weniger nachhaltiger Artikel, mit der Zalando seinen Verbraucher*innen eine schnelle Orientierung bietet. Das Angebot von „pre-owned“ Kleidung hebt sie ebenfalls als positives Signal hervor, denn, so Burckhardt: „Seit 2000 hat sich der Verkauf von Kleidung von 50 auf 100 Milliarden Stück verdoppelt. Niemand kann das mehr tragen. Fast die Hälfte landet in der Mülltonne oder in Altkleidercontainer. Wir müssen unbedingt weg von der Überproduktion“.

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