Luzifer, Toter Mann und blutrote Flüsse – Nickelabbau in den Philippinen

Michael Reckordt, PowerShift, Koordinator des AK Rohstoffe

Laut International Nickel Study Group kommen 47 Prozent der weltweiten Nickelproduktion aus Asien[2]. Mit 410.800 Tonnen und 19,4 Prozent Anteil an der Weltproduktion sind die Philippinen, laut Angaben der BGR, der wichtigste Produzent von Nickel. Die Philippinen gelten als reich an mineralischen Rohstoffen. Doch der Abbau in dem Land trägt nur selten zum Wohlstand der örtlichen Bevölkerung bei.

Deutschland ist im Jahr 2014 der fünftgrößte Verbraucher von Nickel gewesen (2013 noch viergrößter). Laut der BGR[1] wurden über 70.000 Tonnen Nickelmetall und über 20.000 Tonnen Ferronickel importiert. Vor allem die hochentwickelte Edelstahlindustrie ist ein Hauptabnehmer von Raffinade-Nickel (3,6 Prozent der Weltproduktion), von dem weitere 68.000 Tonnen importiert wurden. Das Nickel wird in Deutschland vor allem wegen seinem Korrosionsschutz zur Veredelung von Metallgegenständen, vor allem eisenhaltigen, genutzt.

Laut International Nickel Study Group kommen 47 Prozent der weltweiten Nickelproduktion aus Asien[2]. Mit 410.800 Tonnen und 19,4 Prozent Anteil an der Weltproduktion sind die Philippinen, laut Angaben der BGR, der wichtigste Produzent von Nickel. Die Philippinen gelten als reich an mineralischen Rohstoffen. Doch der Abbau in dem Land trägt nur selten zum Wohlstand der örtlichen Bevölkerung bei. Es ist eher an der Regel, dass die Rohstoffgewinnung den Menschen in den Abbauregionen schadet und die Umwelt zerstört. Ein gutes Beispiel dafür ist der Nickelabbau in der Stadt Santa Cruz, in der Provinz Zambales. Die Provinz liegt im Nordwesten der Hauptinsel Luzon. Bergbau gibt es in ihr schon seit dem Zweiten Weltkrieg, als das US-Unternehmen Acoje Mining Chrom abbaute. Die Chrom-Lagerstätten gelten nach heutigem Stand der Technik als ausgeschöpft. In den späten 1980ern, so erzählt der ehemalige Stadtrat Jun Ebdio, habe der Abbau geendet. Da es Untertage-Bergbau gewesen sei, habe es keine größeren Probleme gegeben. Zumindest keine, wie heute mit dem Nickelabbau.

Als wir am 18. Juli 2015 in Sta. Cruz ankommen, sind die Folgen kaum zu übersehen. Die Straßen weisen deutliche Spurrillen von den Lastkraftwagen auf, die in den letzten Jahren das Nickel von den Bergen zum Hafen transportiert haben. Die Flüsse sind rot, nickelhaltige Sedimente haben das Wasser verfärbt. Und das obwohl vor einem Jahr, im Juli 2014, sämtliche Abbautätigkeiten stillgelegt worden sind. Insgesamt vier mittelgroßen Unternehmen ist die Erlaubnis entzogen worden, weiter Nickel in den Bergen von Sta. Cruz abzubauen. Das liegt vor allem an der Arbeit von Dr. Benito Molino und den besorgten Bürger/innen von Sta. Cruz, Zambales (Concerned Citizens of Sta. Cruz, Zambales – CCOS). „Doc Ben“, wie ihn Fischer, Farmerinnen und sogar der Wachmann eines Bergbaukonzerns respektvoll nennen, hat vor gut vier Jahren angefangen, den Protest vor Ort zu unterstützen.

Zusammen mit Benito Molino und seinem Sohn Kim fahren wir gut fünf Stunden von Manila nach Sta. Cruz. Dort regnet es seit zehn Tagen nahezu ununterbrochen. Straßen stehen unter Wasser, einige Barangays (Ortsteile) sind nicht mehr zu erreichen. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, gewöhnen müssen. Der letzte größere Taifun – die beiden kleineren im Juni / Juli 2015 geraten da schnell in Vergessenheit, wenn auch sie die Stadt überfluteten – hat zum Beispiel Felder, Fischteiche etc. zerstört. Als die Flut gegangen ist, blieb das Nickel, das in 10 bis 15 Kilometern Entfernung am Berg gewonnen wird. Im Oktober 2015 wird der Taifun Lando erneut die Stadt überfluten und massenhaft nickelhaltige Sedimente werden sich auf den Feldern und den Fischteichen ablagern.

Die Stadt wird durchzogen von mehreren großen Flüssen, die hier ins Meer münden. Zwei von ihnen, der Bayto River und der Sta. Cruz River, sind im Juli deutlich rot gefärbt. Anzeichen dafür, dass sie Nickelauswaschungen mit sich tragen. „Die Unternehmen“, so erklärt Benito Molino, „behaupten, die Farbe sei natürlich. Doch das stimmt nicht. Eine natürliche Trübung kann bräunlich sein. Doch die bräunlichen Sedimente sind meistens nach zwei Tagen Regen ausgewaschen.“

Wir treffen in Sta. Cruz einige Besitzer der Fischteiche, die durch das Nickel geschädigt wurden. Luisito Capili, ein älterer Mann, ist einer von ihnen. Er besitzt zwei Hektar, seine Familie weitere dreizehn. Bis zu einer Million Peso (20.000 Euro) setzen sie im Jahr um, durch den Verkauf von Fisch, Schrimps, Muscheln und Krebsen. Im August 2013 fegte Taifun Labuyo über die Fischteiche, zerstörte die Schutzdämme und Flusswasser ergoss sich in die Fischfarmen, Nickel setzte sich überall ab. Die Teiche waren zerstört, die Fische und Krebse starben. Erst im Januar 2015 wurden die Fischteiche wieder hergestellt. Wobei „wieder hergestellt“ die offizielle Version ist. Die Nickelrückstände wurden ausgebaggert und dann als Dämme verbaut. Damit die Bagger die Dämme nutzen konnten, wurden diese verbreitert. Dafür mussten allerdings – ohne Kompensation – alle Mangroven-, Mango- und andere Bäume abgeholzt werden.

„Schau, es ist nun so breit wie ein Highway“, sagt Luisito Capili und schüttelt den Kopf. Was früher mal Fischteiche in einer ertragreichen, grünen Umgebung waren, sieht heute aus wie eine Wasserwüste. Schlimmer noch, das Nickel ist noch da, in den Dämmen, die wiederum schon ein halbes Jahr nach der Errichtung zum Teil durch den Fluss erodieren. Kein Wunder: Weder die Stadt, noch die Umweltbehörde oder die Bergbaubehörde haben die Arbeit an den Fischteichen beaufsichtigt. Zudem wird noch immer über die Entschädigung gestritten. Neben dem „Wiederaufbau“ bietet der Konzern Benguet Mining an, 24.000 Peso (480 Euro) pro Hektar und Ernte zu zahlen. Ihm konnte nachgewiesen werden, dass das Nickel aus seiner Mine den Fluss und somit die Fischteiche kontaminierte. Die Betroffenen fordern allerdings mindestens 100.000 (2000 Euro) pro Hektar und die Anzahl der Ernten müsse vom den Betreiber/innen abhängig sein, denn einige wären fleißig und ernteten bis zu vier Mal im Jahr. „Bisher haben sie mehr zerstört als repariert“, sagt Luisito Capili fast schon resignierend.

Doch nicht nur die Fischteichbesitzer sind von dem Nickel im Fluss betroffen, sondern auch die Reisbäuerinnen und -bauern sowie die Fischer am Fluss und an der Küste. Fischer Salvador Cortez sagt, dass drei bis fünf nautische Seemeilen vor der Küste die Farbe des Wassers noch immer rot sei. Wilson Arcelao, Vorsitzender der Home-Owners-Association an der Küste und ebenfalls Fischer, versichert, dass er schon in bis zu 30 Seemeilen die rote Farbe des Nickels gesehen habe. Beide bestätigen, die Korallen seien schon lange tot. Durch die nickelhaltigen Sedimente im Fluss und die Ablagerungen seien sie gestorben und mit ihnen sind die Fische gegangen. „Die Bergbaukonzerne kümmert das nicht!“ sagt Salvador Cortez mit bitterem Unterton. Jun Ebido ergänzt: „Wir haben uns bei dem nationalen Direktor des MGB (Mines and Geoscience Bureau) beschwert.“ Im Oktober 2014 fand auch eine Untersuchung statt, die Ergebnisse sind aber bis heute nicht veröffentlicht.

Auch Mario Bacho ist ein Fischer. Er hatte eine fest installierte Falle im Santa Cruz-Fluss und konnte damit seine Familie mit fünf Kindern versorgen. Doch heute gibt es keine Fische mehr im Fluss. Das Gewässer sei zu schlammig. Hin und wieder fängt er noch ein paar Fingerlinge. Diese kann er immerhin an die Fischzucht-Besitzer verkaufen, als Fischfutter für die Zucht – wenn denn diese noch existiert. Was das für ihn und seine Familie bedeuten würde, frage ich. „Nun“, sagt er, sie hätten nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag, manchmal nur eine. Von den Bergbaukonzernen gab es derweil keine Reaktion, keinen Schadensersatz. Salvador Cortez, der in einer langen Fischerhose neben Mario Bacho sitzt, als käme er gerade aus dem Wasser, nickt nur. Er hätte früher pro Tag 13 bis 15 Kilo Fisch gefangen, im Wert von 1300 bis 1500 Peso (umgerechnet 26 bis 30 Euro). Heute seien es meistens null Kilo, nur manchmal ein Kilo für die Familie. Auch seine Familie musste die Mahlzeiten reduzieren. Er fühle sich jetzt viel häufiger schläfrig. Und nicht nur die Anzahl der Mahlzeiten, auch die Menge musste reduziert werden. Früher gab es ein Kilo Reis für die Familie pro Mahlzeit. Dieser kostet 38 Peso (75 Cent) pro Kilo. Heute ist es nur noch ein ¾ Kilogramm, dazu vom staatlich subventionierten NFA-Reis (National Food Authority). Er bekäme davon Magenprobleme, aber den anderen Reis, den besseren, könne er sich nicht mehr leisten.

Nachdem wir in der Stadt mit Betroffenen vom Nickelabbau diskutiert haben, machen wir uns auf dem Weg zu den Minen. Insgesamt vier Konzerne sind aktiv, sie alle sind mittelgroße bis kleinere Unternehmen, die mehrheitlich in philippinischem Besitz sind. Im Ort geht das Gerücht um, dass einer von ihnen Probleme mit seinem Absetzbecken (silting pond) habe. Nach zehn Tagen Regen sind fast alle Bäche und Flüsse über ihre Ufer getreten. Einige Brücken und Straßen sind für Fahrzeuge unpassierbar. Auf dem Weg zum Abbaugebiet von Eramen müssen wir zu Fuß durch das hüfthohe, rote Wasser des Imalpay Flusses. Ganz wohl ist mir bei der Aktion nicht.

Die Farbe des Flusses bestätigt immerhin, dass hier irgendwo Probleme seien und das größere Mengen Nickel gerade in den Fluss gewaschen wird. Und in der Tat, einige Kilometer nördlich in dem Lizenzgebiet von Eramen – einem der vier Konzerne – sehen wir frische Baggerspuren und ein kürzlich angelegtes Absetzbecken. In ihm wird nickelhaltiges Wasser zwar aufgefangen, doch über ein kleines Rinnsal weiter in die Bäche geleitet. Ein Art Rückhaltebecken für toxische Stoffe, wie zum Beispiel bei der Gewinnung von anderen Rohstoffen, wie Gold, oder andere Schutzvorrichtungen sehen wir nicht. Die Absetzbecken scheinen die einzigen Zwischenschritte zu sein, bevor das nickelhaltige Becken über kleinere Gräben und Bäche in das Flusssystem geht.

Noch bevor wir auf weitere Spurensuche gehen können, wird der Sicherheitsdienst auf uns aufmerksam und bittet uns, das Gebiet zu verlassen. Benito Molino fragt nach Problemen mit dem Absetzbecken, doch die beiden Wachmänner lächeln nur und behaupten, von nichts zu wissen. Doch der Impalay River ist nicht von Eramen verschmutzt worden, wie wir beim Abstieg feststellen. Das rote Wasser kommt vom Lucifer Creek, vom Teufelsbach, und an dem ist LNL Archipelago Minerals Inc. ansässig, ein anderer Konzern. Erst weitere Kilometer Flussabwärts sehen wir, dass auch der Namlangan Fluss rot ist. Er fließt durch das Lizenzgebiet von Eramen und Benguet Mining. Das rote Wasser käme aus dem Bankay Creek, was „Toter-Mann-Bach“ bedeutet, erklärt uns Josephine Astadan, Mitglied von CCOS. Luzifer, toter Mann, als die Namen für die Bäche vergeben wurde, gab es in der Gegend noch keinen Bergbau. Aber die Namen wurden in scheinbar weiser Voraussicht gewählt. Die beiden roten Flüsse hier in den Bergen fließen zusammen in den Santa Cruz River, der der Stadt seinen Namen gab und an dem die Fischer wohnen.

Der Nickelabbau in Zambales ist ein neues Phänomen. Um 2006 habe alles angefangen und zwar mit einer „Phantom-Mine“. Jun Ebido, ehemaliger Stadtrat, schaut mich mit großen Augen an. Er ist über 60 Jahre alt, hat aber ein jugendliches, leicht verschmitztes Lächeln. „Weißt Du, warum wir sie Phantommine nennen?“ Ich verneine. „Sie haben nie irgendeine Lizenz zeigen können.“ Weder für den Abbau im Barangay Guisguis, noch für den Hafen, wo sie das Nickel lagerten. Diese Phantommine zerstörte durch das Gewicht der LKWs die Straßen und durch Leckagen verschmutze sie den Fluss. Josephin Astadan bestätigt das. Sie arbeitete jahrelang als Lehrerin und würde gerne ihren Ruhestand genießen, sich um ihr Haus und die vielen Pflanzen kümmern. Doch da es keine Kontrollen gäbe, weder vom DENR (Umweltministerium; Department for Environment and Natural Resources) noch von sonst einer Behörde, seien sie aktiv geworden.

Jun Ebido war Vorsitzender des Ausschuss für Umweltfragen in Sta. Cruz. Er erzählt, dass ab 2007 die heute aktiven Unternehmen gekommen seien und die Phantommine verschwand. Shangfil, Benguet Mining, Eramen und LNL besitzen Abbaulizenzen (Mineral Production Sharing Agreement; MPSA). Der Bürgermeister von Sta. Cruz unterstützt die Unternehmen. Vor allem Benguet Mining und Eramen seien Opfer der Phantommine gewesen, da in ihren Lizenzgebieten schon Abbau betrieben worden sei.

Das Nickel wird von Zambales nach China verschifft. Doch es ist nicht nur das Nickel, sondern der halbe Berg. Daraus wird in China dann das Metall gewonnen, das wir in Deutschland unter anderem für die Veredelung von Stahl benötigen. Laut Josephine Astadan von CCOS verlassen jede Woche ein bis zwei Schiffe den Hafen von Santa Cruz. Denn trotz Abbau-Pause, weil die Konzerne Umweltauflagen nicht eingehalten haben, sind die Vorräte am Hafen groß genug, um noch weitere Rohstoffe nach China zu bringen. Jede Schiffsladung soll einen Wert von vier bis fünf Millionen US-Dollar besitzen. Die 3.000 Arbeiter der vier Unternehmen erhielten Löhne in Höhe von 400 Mio. Peso (ca. 8 Mio. Euro) Gehalt, den Gegenwert von zwei Schiffsladungen Nickel. Pro Arbeiter sind das im Durchschnitt pro Monat weit weniger als 250 Euro. Ansonsten bleibt wenig von dem Gewinn in den Philippinen von den 8,5 Mio. MT, die pro Jahr nach China geschafft werden.

Der Protest von CCOS hat letztes Jahr durch eine „Caravan of Justice“ (Karawane für Gerechtigkeit) auf sich aufmerksam gemacht. Zusammen mit dem landesweit engagierten Netzwerk „Alyansa Tigil Mina“ (ATM; Allianz gegen Bergbau) wurde in Manila vor dem Umweltministerium (DENR) protestiert. Diese Demonstration und der anschließende Dialog trug Früchte: Das Mines and Geoscience Bureau (MGB), die Bergbauaufsicht, die dem DENR unterstellt ist, änderte die Report-Pflichten für die Unternehmen. Ab dem Zeitpunkt mussten Unternehmen nicht ausschließlich dem MGB berichten, sondern der Öffentlichkeit. Es gab eine Präsentation auf dem Basketball-Feld in Santa Cruz und die Bevölkerung diskutierte mit. Eine Woche später kam eine Delegation des MGB zu den Bergbaukonzernen und der Abbau wurde sofort gestoppt. „No compliance“ mit den Auflagen.

Auch darüber hinaus sind die Menschen in Zambales aktiv. Vor allem gehen sie mittlerweile juristisch gegen die Konzerne vor. Sie wollen mehr als die vorübergehende Unterbrechung des Abbaus. Ein „Writ of Kalikasan“ wegen Umweltunverträglichkeit wurde vor Gericht eingereicht. Zudem werden Prozesse wegen Vorteilsnahme und Bestechung gegen die lokalen Offiziellen der Ministerien und der Stadt angestrebt. Diese wurden einem Ombudsmann vorgelegt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass CCOS gemeinsam mit ATM die Fälle gewinnen wird. Darüber hinaus war auch die Menschenrechtskommission der Regierung (Commission on Human Rights; CHR) schon mehrmals vor Ort und hat sich die Klagen der Menschen angehört. Ihr Report ist leider noch nicht fertig, doch auch hier versprechen sich die Aktivist/innen Unterstützung.

Nächstes Jahr sind Wahlen in den Philippinen. Der Bürgermeister von Sta. Cruz steht zur Wahl. Momentan ist die Stadt seit 23 Jahren in der Hand einer Familie. Pro Schiffsladung Nickel soll sie zwei Mio. Peso (40.000 Euro) verdienen, dazu kommen Einnahmen aus Gebühren für den Hafen, etc. Ob es einen Machtwechsel im nächsten Jahr geben wird, hängt davon ab, wen die Opposition aufstellen kann. Benito Molino, auch wenn oft angefragt, interessiert das Amt nicht. „Zu gefährlich“, sagt er. In den Philippinen wird ein politischer Konkurrent gerne mal umgebracht. Und wer sollte das Risiko besser kennen, als der Forensiker aus Manila, der gleichzeitig politische Gefangene betreut, wenn er nicht in seiner Heimatprovinz verweilt und über Ökotourismus-Projekte als Ersatz für den Nickelabbau nachdenkt.

Gleichzeitig müssen auch in Deutschland Unternehmen, die diese Rohstoffe nutzen, ihre Lieferketten auf menschenrechtliche Auswirkungen überprüfen. Da freiwillige Regelungen, sei es über OECD-Leitlinien oder UN-Leitprinzipien, bisher nicht dazu geführt haben, muss die deutsche Politik hier im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verbindliche Regulierungen einführen. Nur mit menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten können Industrieunternehmen  - zum Beispiel aus der Stahl- oder Maschinenbauindustrie –Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferketten frühzeitig erkennen und dementsprechend zu der Verhinderung beitragen. 

Michael Reckordt arbeitet bei PowerShift als Koordinator des AK Rohstoffe. Im Rahmen des Projekts „Stop Mad Mining“ bereiste er im Sommer 2015 die Philippinen.