Deutschland: Verband der Familienunternehmer hebt Kontaktverbot zur AfD auf; erste Firmen treten aus
Im November 2025 kündigte der Verband der Familienunternehmer an, sein langjähriges Kontaktverbot zur AfD aufzuheben, nachdem bekannt geworden war, dass ein AfD-Politiker zu einer Veranstaltung eingeladen worden war. Nach Angaben der Verbandspräsidentin „lehnt der Verband die Weltanschauung der AfD weiterhin ab, hält einen Dialog jedoch für notwendig, angesichts ihrer Unterstützung durch rund ein Viertel der Wählerschaft.“
Die Entscheidung hat zu Reaktionen seitens der Mitgliedsunternehmen geführt: Mindestens vier Unternehmen, unter anderem Rossmann, Vorwerk, Christ und fritz-kola, haben ihre Mitgliedschaft gekündigt. Andere Unternehmen, darunter Oetker, das von Medien irrtümlich als Mitglied dargestellt worden war, bestritten öffentlich eine Mitgliedschaft und distanzierten sich von der Ankündigung des Verbands.
Die Deutsche Bank, Vermieterin der Veranstaltungsflächen, kündigte den Mietvertrag für die nächste Veranstaltung des Verbands als Reaktion auf die Entwicklungen. Die Deutsche Bank habe im Vorfeld keinerlei Kenntnis von der Gästeliste gehabt noch Einfluss darauf nehmen können.
Am 30. November 2025 kündigte der Verband an, seinen Umgang und seine Kontakte zur AfD zu überdenken.
Siehe auch unsere Englische Story zu "Successes of Far-Right Parties in Europe – Reactions and responsibility of companies in the civic space"