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Schweizer Firmen aufgrund umstrittener Geschäfte in der Westsahara in der Kritik

Autor/in: Stefan Häberli, Neue Zürcher Zeitung, Veröffentlicht am: 4 December 2018

"Schweizer Firmen in der Westsahara: Glencore zog sich zurück, ABB und Lafarge-Holcim bleiben", 27 Nov 2018

Die Westsahara ist seit 1975 zum grossen Teil von Marokko besetzt. Der Frente Polisario fordert ein Referendum der Sahraouis, wie die Bewohner genannt werden, über eine Unabhängigkeit des Gebiets. Dieses Anliegen wird von der Uno unterstützt, aber das Königreich Marokko stellt sich quer...

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Terre des hommes Schweiz wirft ABB und Lafarge-Holcim in einem jüngst verschickten Communiqué «völkerrechtswidrige Aktivitäten» vor. Der Stein des Anstosses: ABB lieferte Teile für das Umspannwerk eines Windparks südlich der Küstenstadt Boujdour...

[D]er Windpark [wird] von einer Firma betrieben [...], die sich grösstenteils im Besitz der marokkanischen Königsfamilie befindet. Solche Projekte trügen dazu bei, dass die Besatzer den Status quo aufrechterhalten könnten.

Ein ABB-Sprecher rechtfertigt die Teilnahme am Projekt damit, dass auch die Region um das Kraftwerk von der Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien profitiert. Ob ABB weitere Vorhaben in der Westsahara plant, will das Unternehmen nicht kommentieren. Man äussere sich grundsätzlich nicht zu künftigen Geschäften...

Ähnlich gelagert sind die Vorwürfe an die Adresse von Lafarge-Holcim. Dessen marokkanischer Ableger mit Sitz in Casablanca ist ein Joint Venture mit der Al-Mada-Gruppe. Dabei handelt es sich um ein Konglomerat, das von der königlichen Familie kontrolliert wird...

An Glencore ging ähnliche Kritik der Nichtregierungsorganisationen nicht spurlos vorbei. Der Zuger Rohstoffkonzern stellte im vergangenen Jahr seine Probebohrungen nach Erdöl in der Westsahara ein und zog sich aus dem Gebiet zurück. Allerdings sind die Fälle kaum vergleichbar: Da der rechtliche Status der Westsahara nie geklärt wurde, gilt diese laut der Uno als «nichtselbstregiertes Gebiet».

Das internationale Recht sieht in solchen Fällen vor, dass Bodenschätze nur mit dem Einverständnis der Bevölkerung abgebaut werden dürfen...

Lafarge-Holcim betont, dass man den Rechtsgrundsätzen der lokalen Verwaltung verpflichtet sei. Diese werde wiederum von der Friedensmission der Uno überwacht. Die Zementfabrik sei überdies nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern liefere auch den Baustoff für Schulen, Geschäfte, Spitäler und dergleichen in der Stadt mit gut 200 000 Einwohnern...

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Betreffende Unternehmen: ABB Glencore LafargeHolcim