Studie des Öko-Instituts: Wertschöpungsketten dt. Firmen mit Risiken für Menschenrechte & Umwelt verbunden

Das Öko-Institut berichtet in einer aktuellen Studie über die Risiken für Menschenrechte und Umwelt, die mit der Globalisierung der Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen einhergehen. Die Analyse beruht auf den drei Fallstudien 'Bergbau', 'Pestizidexport' und 'Schiffsrecycling', die exemplarisch für verschiedene Phasen globaler Wertschöpfungsketten sowie für den direkten Zusammenhang zwischen Umweltschutz und der Achtung der Menschenrechte stehen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nur in Ansätzen nachkommen. Den Autoren zufolge bedarf es branchenübergreifender und verbindlicher menschrechtlicher Sorgfaltspflichten, die die gesamte Wertschöpfungskette umfassen. Ein Artikel der "tageszeitung" (taz) greift einige Aspekte der Studie auf.

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Artikel
8 August 2018

Handel mit EU-weit verbotenen Pestiziden und Importe von Kupfer aus verseuchten Minen; taz greift Analyse des Öko-Instituts auf

Autor/in: Ulrike Bickel, taz - die tageszeitung

"Deutsche Konzerne in Südamerika. Menschenrechte sind variabel", 31. Juli 2018

Deutsche Unternehmen kommen ihrer Verantwortung bei der Achtung der Menschenrechte „nur in Ansätzen nach“. Das ist das Fazit einer aktuellen Fallstudie des Öko-Instituts. Die Bundesregierung sorge außerdem nicht ausreichend dafür, dass die Firmen in der EU geltende Standards auch im außereuropäischen Ausland einhalten...

Die Forscher*innen des Öko-Instituts haben verschiedene Fälle untersucht, in denen deutsche Unternehmen zweifelhaften Handelsgeschäften in Übersee nachgehen. Kupferimporte für die deutsche Automobilindustrie etwa stammen demnach zu großen Teilen aus Peru und Chile, wo im Bergbau hochgiftige Schwermetalle eingesetzt werden...

Als problematisch bezeichnen die Autor*innen außerdem den Vertrieb hochgiftiger Schädlingsbekämpfungsmittel, die in der EU verboten sind. Europäische Agrarchemiekonzerne verkaufen in vielen Entwicklungsländern Pestizide, die die Welternährungsorganisation FAO und die Weltgesundheitsorganisation WHO als „Highly har­zardous“ (kurz: HHP), also hochgefährlich, klassifizieren...

Auf Anfrage der taz erklärte BASF, ausschließlich Produkte zu vertreiben, die auch in mindestens einem OECD- bzw. „Hochregistrierungs“-Land zugelassen seien und zusätzlich zu den Anforderungen des Ziellandes auch die Prinzipien des „Internationalen Verhaltenskodex über Pestizidmanagement“ der FAO und der WHO erfüllten...

Das Unternehmen wich der Frage nach dem toxischen Risiko seiner in der EU verbotenen Pestizide allerdings aus und verwies darauf, dass das Produktportfolio immer „auf den regionalen Markt zugeschnitten“ werde. Teilweise handle es sich um Produkte für „Kulturpflanzen, die aufgrund klimatischer Bedingungen nicht in Deutschland angebaut“ werden...

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Artikel
7 August 2018

Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen mit Risiken für Menschenrechte und Umwelt in Südamerika und Asien verbunden

Autor/in: Öko-Institut e.V.

"Umweltschutz wahrt Menschenrechte! Deutsche Unternehmen in der globalen Verantwortung", Juni 2018

Die Globalisierung von Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen ist oft mit Risiken für Menschenrechte und die Umwelt verbunden. Im vorliegenden Paper wird die Problematik anhand von drei Fallstudien analysiert, bei denen deutsche Unternehmen involviert sind und zwischen der Wahrung von Menschenrechten und dem Schutz der Umwelt ein direkter Zusammenhang besteht...

Im Folgenden wird beispielhaft der Managementprozess des sog. „Business Partner Screening“ des Unternehmens Aurubis AG dargestellt... 

Nach Angaben des Konzerns bezieht sich das Business Partner Screening zwar nur auf die unmittelbaren Geschäftspartner, decke aber die relevanten Bereiche ab, da bei primären Rohstoffen die Lieferkette entsprechend kurz sei...

...Bayer [akzeptiert] das Vorsorgeprinzip wie es in Grundsatz 15 der Rio-Deklaration der Vereinten Nationen und der Mitteilung COM (2000) 1 der EU-Kommission erläutert ist... 

Hierzu schreibt Bayer in einer Stellungnahme: "Bayer unterstützt eine Regulierung von Pflanzenschutzmitteln nach Risiko und nicht nach Gefährdung entsprechend dem International Code of Conduct on Pesticide Management der FAO. Bayer ist bestrebt, gemeinsam mit der FAO und anderen Stakeholdern das risikobasierte Management von HHPs [Highly Hazardous Pesticides] weltweit zu fördern. [...] Mögliche unannehmbare Risiken, die bei der Bewertung festgestellt werden, müssen durch einen Aktionsplan oder anderweitig abgemildert werden; die Produktverwendungen sollten nicht freigegeben oder aufrechterhalten werden."...

Aktuell bemühen sich [...] nur die wenigsten Reedereien um eine nachhaltige Entsorgung ihrer Schiffe... In Deutschland nimmt sich laut der Nichtregierungsorganisation [Shipbreaking Platform] einzig die Hapag-Lloyd AG dem Thema (ernsthaft) an, was eigene Recherchen bestätigten...

[mit Bezug auch auf BASF]

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