Supermarkt-Check 2020: Trotz Fortschritten bei deutschen Supermärkten weiter Nachholbedarf bei Menschenrechten

Oxfam hat zum dritten Mal 16 große Supermarktketten hinsichtlich ihrer Geschäftspolitik und ihres Umgangs mit Menschenrechten in der Lebensmittellieferkette untersucht, darunter fünf deutsche (Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Lidl und Rewe).

Die Bewertung erfolgte auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen in vier Bereichen: Transparenz, Arbeiter*innenrechte, Umgang mit Kleinbäuer*innen sowie Frauenrechte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Supermärkte teilweise deutliche Fortschritte machen, doch noch immer erreicht kein deutscher Supermarkt mehr als ein Drittel der möglichen Punkte.  

Mehr zum Abschneiden insbesondere der fünf deutschen Unternehmen finden Sie untenstehend. Informationen zum gesamten Benchmark gibt es auch hier in englischer Sprache.

Get RSS feed of these results

Alle Teile dieser Story

Artikel
30 June 2020

Oxfams Supermarkt-Check

Autor/in: Oxfam Deutschland

Seit drei Jahren vergleichen wir einmal jährlich die größten deutschen Supermarkt-Ketten miteinander: Wie transparent sind Aldi, Edeka, Lidl und Rewe? Achten sie die Arbeiter*innenrechte in ihren Lieferketten? Wie steht es um den Umgang mit Kleinbäuer*innen? Und inwiefern spielen Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte eine Rolle?

Das Ergebnis unseres diesjährigen Supermarkt-Checks: Die Supermärkte machen teilweise deutliche Fortschritte. Während sich Aldi, Lidl und Rewe in Sachen Menschenrechte endlich bewegen, bleibt Edeka stur und damit Schlusslicht – das zeigt sich auch im internationalen Vergleich.

Unser dritter Supermarkt-Check zeigt vor allem eins: Es geht! Supermärkte können ihre Geschäftspolitik ändern und die Rechte derer schützen, die weltweit unsere Lebensmittel produzieren. Meistens wollen sie es aber nicht.

Klar ist: Supermärkte lassen sich durch immensen Druck bewegen...

Die Politik trägt hier die Verantwortung, alle Unternehmen zu jeder Zeit zu verpflichten, Menschenrechte einzuhalten. Dass es dafür ein Gesetz braucht und Unternehmen sich nicht freiwillig zur Achtung von Menschenrechten verpflichten, zeigt das Beispiel Edeka: Im Gegensatz zu anderen Supermarkt-Ketten duckt sich Edeka weg und bleibt stur.

Es wird deutlich: Ein Gesetz muss her, um Menschenrechte zu schützen und alle Unternehmen zu bewegen.

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Artikel
30 June 2020

Supermärkte im Check: Edeka ist Schlusslicht -Lidl, Rewe und Aldi verbessern sich

Autor/in: Tobias Schwab, Frankfurter Rundschau

Die Entwicklungsorganisation Oxfam wirft deutschen Lebensmittelhändlern vor, noch immer nicht ausreichend für die Einhaltung von Menschenrechten bei ihren Lieferanten zu sorgen.

Anlass sind die Ergebnisse des Supermarkt-Checks 2020, für den Oxfam zum dritten Mal die Geschäftspolitik von 16 Unternehmen in Deutschland, Großbritannien und den USA analysiert hat. Dabei konnten sich Lidl, Rewe und Aldi im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht verbessern, doch noch immer erreicht kein deutscher Supermarkt mehr als ein Drittel der möglichen Punkte.

„Was uns die Corona-Ausbrüche in deutschen Schlachtbetrieben vor Augen führen, ist auch in den internationalen Lieferketten menschenunwürdige Realität mit bitteren Folgen“, sagt Franziska Humbert, Oxfam-Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte. „Konzerne tun zu wenig dagegen, dass die Menschen, die das Essen in den Supermarktregalen herstellen, ausgebeutet werden.“ Für den Preiskampf der Händler zahlten am Ende die Arbeiterinnen und Arbeiter in den globalen Lieferketten, so die Studie...

Das vergleichsweise schlechte Abschneiden von EdekaRewe, Lidl und Aldi zeige, wie dringend eine entsprechende Regelung in Deutschland sei, sagt Studienautorin Humbert...

Edeka teilt am Montag auf Anfrage mit, beim „Supermarkt-Check“ von Oxfam handele es sich „um eine Kampagne, nicht um eine objektive Studie“. Bewertet würde dabei nur die Außendarstellung eines Unternehmens, nicht aber das wirkliche Engagement. So sei Edeka tatsächlich Mitglied einer Arbeitsgruppe zu existenzsichernden Löhnen innerhalb der Initiative Nachhaltige Argrarlieferketten. Seit 2014 arbeite man zudem gemeinsam mit dem WWF auch daran, den Bananenanbau nachhaltiger zu gestalten. Das Unternehmen verfüge außerdem über eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich mit dem Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflichten beschäftige.

Lesen Sie hier den vollständigen Post