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TÜV Süd reagiert auf Vorwürfe, die Firma erschwere Ermittlungen zu den Umständen des Vale-Dammbruchs

Resumo da agenda do Presidente da República 26.01.2019 | Photo: TV NBR | https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Resumo_da_agenda_do_Presidente_da_Rep%C3%BAblica_26.01.2019_(video_screenshot)_01_(cropped).jpg | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Bei dem verheerenden Dammbruch in einer Eisenerzmine in der Nähe der brasilianischen Stadt Brumadinho wurden am 25. Januar 2019 mindestens 240 Menschen getötet. Eine Schlammlawine hatte Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen erfasst. Wie es zum Bruch des Damms kommen konnte, ist bislang noch ungeklärt. Erst im September 2018 hatte das deutsche Zertifizierungsunternehmen TÜV Süd die Anlage als sicher eingestuft. Eigentümer der Mine ist das brasilianische Bergbauunternehmen Vale.

Im Zusammenhang mit dem gebrochenen Staudamm hat die brasilianische Polizei am 29. Januar 2019 fünf Personen fest genommen, darunter zwei Mitarbeiter von TÜV Süd.

Das Unglück ereignete sich weniger als vier Jahre nach dem Einsturz eines anderen Staudamms, ebenfalls im Bundesstaat Minas Gerais, bei dem 19 Menschen ums Leben kamen. Nähere Informationen zu diesem Unglück finden Sie hier (Englisch).

Weitere Informationen zum Dammbruch in Brumadinho und ein Statement des Business & Human Rights Resource Centres finden Sie hier (Englisch). Die (Nicht-)Antworten von Unternehmen, inkl. der deutschen Unternehmen Allianz, BMW, Daimler, Deutsche Bank, thyssenKrupp, DZ Bank und TÜV Süd, auf unsere Einladung zur Stellungnahme sind hier hinterlegt (ebenfalls Englisch).

Am 18. Juli 2019 berichte die BBC, dass im Zuge der Ermittlungen zu den Umständen des Dammbruchs neue Beweise aufgetaucht seien, die darauf hindeuteten, dass die Katastrophe hätte verhindert werden können. Laut dem Artikel erschwere TÜV Süd die Untersuchungen, indem die Firma sich weigere, mit Ermittlern zu kooperieren. Das Resource Centre hat TÜV Süd eingeladen, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Diese Stellungnahme finden Sie untenstehend.

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Artikel
12 February 2019

Bergbaukonzern Vale wusste von erhöhter Dammbruch-Gefahr

Autor/in: Stephen Eisenhammer, Reuters

Dem brasilianischen Bergbauriesen Vale war das erhöhte Risiko eines Damm-Einsturzes nach Reuters-Informationen bereits Monate vor der tödlichen Katastrophe in seinem Bergwerk bewusst. In dem internen Bericht vom 3. Oktober 2018, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, ist davon die Rede, dass die Gefahr eines Zusammenbruchs des Damms in Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais doppelt so groß sei wie die internen Richtlinien das zuließen. [...]

Bei dem Dammbruch waren im Januar mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im August 2018 geprüft und eine Reihe von Maßnahmen zu dessen Stabilisierung angeregt.

Vale erklärte, der Bericht sei von Fachingenieuren erstellt worden, die bei der Risikobewertung strenge Verfahren befolgen müssten. “Uns ist aber kein Bericht bekannt, aus dem die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Einsturzes von Damm 1 der Mine Corrego do Feijao hervorgeht. Im Gegenteil, einheimische und ausländische Spezialisten haben dem Damm alle Sicherheits- und Stabilitätszertifikate bescheinigt.” [...]

Die Ursache für den folgenschweren Riss in dem Damm werde noch ermittelt, erklärte Vale. Der Bergbaukonzern hatte mehrfach auf die Untersuchung des TÜV Süd verwiesen, der wenige Monate vorher den Damm für stabil erklärt hatte. In dessen Prüfbericht, der Reuters ebenfalls vorlag, heißt es zwar, der Damm erfülle die Mindestanforderungen. Die TÜV-Techniker äußern daran aber Sorgen vor allem über die Entwässerung des Damms und seine Überwachung. Sie machten 17 Verbesserungsvorschläge, um die Sicherheit rund um den Damm zu erhöhen, unter anderem ein Überwachungssystem, das auch kleinste Bodenbewegungen registriert. Vale erklärte, man habe alle Empfehlungen umgesetzt. [...]

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Artikel
8 February 2019

TÜV soll Bergbaukonzern vor möglichem Dammbruch gewarnt haben

Autor/in: Spiegel Online

Der brasilianische Bergbaukonzern Vale hat die Lizenz für einen wichtigen Damm an seiner größten Eisenerzmine in Brucutu verloren. Wie der Konzern mitteilte, habe das Umweltministerium des südöstlichen Bundesstaats Minas Gerais die Genehmigung für den Laranjeiras-Damm entzogen. Auch für einen weiteren Damm verlor Vale die Lizenz...

Vale versichert, dass der Damm von Brucutu den Sicherheitsstandards entspreche und bei allen Kontrollen als sicher eingestuft worden sei. Der Konzern hatte auch nach der Katastrophe von Brumhadino darauf hingewiesen, dass der Damm im September eine Überprüfung durch den TÜV Süd ohne größere Beanstandungen überstanden habe...

Im Rahmen der Untersuchungen zu der Katastrophe hatte die brasilianische Polizei zuletzt zwei Mitarbeiter des Münchner Unternehmens TÜV Süd festgenommen. Die Prüfgesellschaft hatte im vergangenen Jahr die Dämme an der kollabierten Mine geprüft...

Ein Bericht des "Wall Street Journal" entlastet die deutsche Firma nun. Die Gutachter von TÜV Süd hätten schon Monate vor dem verheerenden Bruch "defekte Abflüsse" und Unregelmäßigkeiten in den Daten der Wasserstandssensoren entdeckt - und Vale gewarnt, berichtet die Zeitung...

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Artikel
4 February 2019

TÜV Süd legte keine deutschen Standards bei Staudamm-Prüfung an, laut neuen Recherche-Ergebnissen

Autor/in: Gerhard Hegmann & Philipp Vetter, WELT

'TÜV Süd legte keine deutschen Standards bei Staudamm-Prüfung an', 3 Feb 2019

Noch kurz vor dem verheerenden Dammbruch in Brasilien prüfte ein Tochterunternehmen des TÜV Süd die Anlage. Doch der TÜV legt im Ausland nicht die gleichen Maßstäbe an wie in Deutschland. [...]

Nach Informationen von WELT AM SONNTAG aus hochrangigen Unternehmenskreisen wird von den Auslandsgesellschaften des TÜV Süd lediglich der „marktangepasste“, also der vor Ort übliche Standard bei Prüfungen beachtet.

Beim Unternehmen selbst werden diese Informationen bestätigt. „Wir führen unsere Prüfungen auf der Basis von nationalen und internationalen Standards sowie der gesetzlichen Regelungen in den einzelnen Ländern durch“, sagt ein Sprecher. „Die Qualität unserer Arbeit wird durch unser Qualitätsmanagementsystem gewährleistet, das weltweit für alle Tochtergesellschaften von TÜV Süd gilt.“ Damit steht das Siegel des TÜV in verschiedenen Ländern für unterschiedliche Qualitätsstandards. [...]

„Würde man Qualitätsstandards wie in Deutschland für die Tochtergesellschaften im Ausland fordern, bekäme man vor Ort keine Aufträge mehr.“ Es gebe damit im Ausland trotz Prüfung durch die TÜV-Süd-Gruppe ein „leicht höheres Risiko“ als bei einer vergleichbaren Anlage in Deutschland. Der Manager betonte jedoch, dass jeweils eine Abwägung vorgenommen werde: „Käme man zu dem Schluss, dass die marktüblichen Standards nicht ausreichen, dürfte man das Geschäft in diesem Land nicht machen.“ [...]

[mit Bezug auf Vale]

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29 January 2019

Brasilien: Zwei TÜV Süd-Mitarbeiter festgenommen; inkl. Kommentar des Unternehmens

Autor/in: Süddeutsche Zeitung

'Zwei Ingenieure des TÜV Süd festgenommen', 29. Jan 2019

Im Zusammenhang mit dem gebrochenen Staudamm in Brasilien hat die Polizei am Dienstag zwei für den deutschen TÜV Süd tätige Ingenieure festgenommen. Das bestätigte das Unternehmen und teilte mit: "Aufgrund der laufenden Ermittlungen können wir zurzeit keine weiteren Auskünfte geben. Wir unterstützen die Ermittlungen vollumfänglich."

Brasilianischen Medienberichten zufolge soll die Polizei am Dienstagmorgen auch das Büro des TÜV Süd in São Paulo durchsucht und Computer und Unterlagen beschlagnahmt haben. Der TÜV Süd hatte erst am 26. September 2018 die Dämme an der Mine geprüft. Und, wie ein Sprecher sagt, "nach unserem momentanen Kenntnisstand keine Mängel festgestellt".

[...] Die Firma bietet ihren Service auch in anderen südamerikanischen Ländern an. Es geht um die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln, Getränken, Schönheits- und Gesundheitsprodukten, um die Überwachung und Zertifizierung von Infrastruktur, Umweltprojekten und sogar stillgelegten Industriegebieten. Und eben um die Kontrolle von Minen im Bergbau.

Die Polizei nahm zudem drei Mitarbeiter der Betreiberfirma Vale fest, die für die Kontrolle des Damms verantwortlich gewesen sein sollen. Auch der Bergbaukonzern teilte mit, das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen. "Vale wird die Ermittlungen weiterhin unterstützen, um die Fakten zu klären", hieß es in einer Stellungnahme.

Der Damm an der Eisenerzmine "Córrego do Feijão" war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war daraufhin über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweggerollt und hatte dabei eine Schneise der Zerstörung geschlagen. Unter anderem barst das Abraumbecken des Bergbauunternehmens Vale. Bislang wurden 65 Leichen aus dem Schlamm geborgen, 279 Menschen werden weiter vermisst. [...]

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28 January 2019

Dammbruch in Brasilien: Zivilgesellschaft thematisiert deutsche Mitverantwortung

Autor/in: Entwicklungspolitik Online

Nach dem verheerenden Dammbruch im Süden Brasiliens hat MISEREOR umfassende Aufklärung über eine mögliche Mitverantwortung deutscher Institutionen und Unternehmen verlangt. MISEREOR-Partnerorganisationen kritisierten, dass in Brasilien nicht genügend getan worden sei, um die Bevölkerung vor solchen dramatischen Vorfällen zu schützen...

MISEREOR [...] forderte den deutschen TÜV-Süd dazu auf, eine unabhängige Aufklärung des Vorfalls zu ermöglichen und sich gegebenenfalls an Entschädigungen zu beteiligen. Der Technische Überwachungsverein habe der Eisenerzmine im vergangenen Jahr einen sicheren Betrieb bescheinigt...

Autoindustrie und andere metallverarbeitende Betriebe in Deutschland hätten darüber hinaus eine Mitverantwortung für die Beachtung der Menschenrechte bei Zulieferbetrieben im Ausland... Dies gelte insbesondere für die Wirtschaftsweise von Bergbaubetreibern in Lateinamerika...

"Der Fall zeigt abermals die dringende Notwendigkeit gesetzlicher menschenrechtlicher und ökologischer Sorgfaltspflichten für Unternehmen auch in Deutschland", so Paasch [Fachreferent für den Themenbereich Wirtschaft und Menschenrechte]. "Zwar hat die Bundesregierung in ihrem Nationalen Aktionsplan die Erwartung geäußert, dass deutsche Unternehmen menschenrechtliche Risiken in ihren Wertschöpfungsketten untersuchen und ihnen entgegenwirken. Eine gesetzliche Verpflichtung erwägt sie aber erst ab 2020."

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26 January 2019

Staudammbruch in Brasilien: Inspektion durch dt. Zertifizierer TÜV Süd im September 2018; inkl. Kommentar des Unternehmens

Autor/in: Alexander Busch, Handelsblatt

'Nach einem Staudammunglück drohen dem TÜV Süd hohe Schadensersatzforderungen', 26 Jan 2019

Vor drei Jahren riss eine Schlammlawine nach einem Staudammbruch im Bergland Brasiliens 19 Menschen in den Tod und verseuchte die Flüsse und die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen. Jetzt hat sich das Unglück nur 130 Kilometer weiter östlich wiederholt: Beteiligt ist erneut der Bergbaukonzern Vale, der größte Eisenerzproduzent der Welt. [...]

Fabio Schvartsman, Präsident des Bergbaukonzerns Vale erklärte, dass man nicht wisse, wie es zu dem Bruch kommen konnte. Die Schäden für die Umwelt seien dieses Mal wohl geringer als vor drei Jahren in Mariana, erklärte Schvartsman. [...]

„Der Umweltschaden dürfte nun wesentlich geringer sein, die menschliche Tragödie ist jedoch fürchterlich“, erklärte Schvartsman, der vor zwei Jahren angetreten war, um den Bergbaukonzern Vale nach dem Unglück wieder neu aufzustellen. Im börsennotierten Eisenerzkonzern hat der brasilianische Staat über die Aktienanteile staatlicher Pensionsfonds einen starken Einfluss. [...]

Die Frage nach der Verantwortung für das Unglück dürfte jedoch schwierig werden. Davon betroffen sein wird jedoch auch der deutsche Zertifizierer Tüv Süd. Vale-CEO Schvartsman erklärte, dass das Prüfungsunternehmen aus München noch im September 2018 den Staudamm als sicher eingestuft habe.

Tüv Süd bestätigt auf Anfrage, dass es im Auftrag von Vale Inspektion des Dammes durchgeführt habe. „Dabei wurden nach unserem momentanen Kenntnisstand keine Mängel festgestellt“, erklärte ein Sprecher. Aufgrund der laufenden Ermittlungen werde der Konzern keine weiteren Auskünfte geben. 

Inzwischen haben brasilianische Medien herausgefunden, dass es noch im Dezember wegen der Verlängerung der Betriebslizenz und einer Ausweitung des Abbaus zu heftigen Diskussionen bei den zuständigen Behörden gekommen sei. Julio Cesar Dutra Grillo, der Vertreter der Umweltbehörde Ibama, habe gegen die Betriebslizenz gestimmt. In den Konferenzunterlagen warnt er vor dem hohen Risiko eines erneuten Dammbruchs und einer Kettenreaktion – genauso wie sie jetzt stattgefunden hat. [...]

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