UN-Bericht zum Artensterben: Wissenschaft fordert Politik & Wirtschaft zu nachhaltigerem Handeln auf

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In einer am Montag, den 6. Mai 2019 vorgestellen UN-Bericht zum Zustand der Artenvielfalt warnt der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) vor einem drastischen und weltweiten Aussterben von mehr als einer Million Tier- und Pflanzenarten und fordert von Politik und Unternehmen mehr Einsatz für ein nachhaltigeres Wirtschaften. Die Menscheit sei dabei ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören und erodiere weltweit die Grundlagen für unsere Volkswirtschaften, Ernähungssicherheit und Lebensqualität. Einen besonderen Fokus richten die Wissenschaftler*innen auch auf die Rolle indigener Völker beim Naturschutz und auf ihre Bedrohung durch rücksichtsloses Wirtschaften.

Für den Bericht haben 145 Wissenschaftler*innen aus 50 Ländern und Expert*innen drei Jahre lang tausende Quellen ausgewertet. Ziel des Berichts ist die Entwicklung eines gemeinsamen, politisch bindenen Abkommens zum Schutz der Artenvielfalt bis 2020. Kernpunkte des Berichts sind u.a.:

  • Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute – und die Aussterberate nimmt weiter rasant zu.
  • Der Verlust an Biodiversität wirkt sich nicht nur auf die Umwelt aus, sondern nimmt Einfluss auf Wirtschaft, Entwicklung, politische Stabilität und Flüchtlingsströme.
  • Gegenmaßnahmen könnten noch greifen, wenn auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit begonnen wird.
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7 May 2019

UN-Bericht zu Artensterben: Forscher fordern mehr Nachhaltigkeit bei Wirtschaft & Konsum

Autor/in: Handelsblatt

'Artensterben: Forscher halten Umsteuern noch für möglich', 7 May 2019

Für eine Kehrtwende brauche es ein grundsätzliches Umdenken - von der Politik über Unternehmen bis hin zu jedem Einzelnen, sagte Ralf Seppelt vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, einer der Autoren des Weltberichts zum Zustand der Artenvielfalt, am Dienstag in Berlin. [...]

Die Grünen forderten am Dienstag, der Wohlstand von Staaten müsse anders bemessen werden. „Wenn wir die Natur weiterhin blind zerstören, hat das auch volkswirtschaftlich immense Kosten”, sagte Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse weg von einer Orientierung am Wachstum des Bruttoinlandsproduktes. „Wir müssen stattdessen auch soziale und ökologische Kriterien einbeziehen, wenn wir unseren Wohlstand ernsthaft messen wollen”, sagte er. [...]

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6 May 2019

Deutsche Zusammenfassung des Globalen Zustandsberichts des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)

Autor/in: Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)

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6 May 2019

Globaler Zustandsbericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)

Autor/in: Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)

Zusammenfassung des Globalen Zustandsberichts des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) für Politiker in englischer Sprache.

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6 May 2019

UN-Bericht: Artensterben zerstört unsere Lebensgrundlage

Autor/in: Deutschlandfunk

[...] Die Wissenschaftler fordern in dem Bericht „tiefgreifende Änderungen“ beim Naturschutz, bei der Landwirtschaft und beim Konsum. Der Bericht ist die bisher umfassendste internationale Untersuchung zum Artenschutz. Er soll als Handlungsgrundlage für Politiker dienen. Rund 150 Experten aus 50 Ländern hatten dafür drei Jahre lang das Wissen tausender Studien zusammengetragen. [...]

Der Vorsitzende des Welt-Biodiversitäts-Rates (IPBES), Watson, warnte, durch das Artensterben würden die Basis der Volkswirtschaften, die Lebensgrundlage, die Nahrungsmittelsicherheit und die Lebensqualität zerstört. Die Weltgemeinschaft müsse sich dringend abwenden von wirtschaftlichem Wachstum als zentralem Ziel, hin zu nachhaltigeren Systemen, hieß es.

Nachfolgend einige Kernpunkte aus dem IPBES-Bericht:

  • Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute – und die Aussterberate nimmt weiter zu.
  • In den meisten Lebensräumen auf dem Land ging die Zahl der natürlich vorkommenden Arten im Mittel um mindestens 20 Prozent zurück, meist seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Drei Viertel der Naturräume auf den Kontinenten wurden vom Menschen bereits erheblich verändert, in den Meeren zwei Drittel.
  • Der Verlust an Biodiversität wirkt sich nicht nur auf die Umwelt aus, sondern beeinflusst die Bereiche Wirtschaft, politische Stabilität und Flüchtlingsströme.
  • Gegenmaßnahmen könnten noch greifen, wenn auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit begonnen wird. [...]

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6 May 2019

UN-Bericht: Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

Autor/in: Christian Schwägerl, Spiegel Online

Laut einem neuen Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) sind eine Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, wenn es zu keinen grundlegenden Änderungen bei der Landnutzung, beim Umweltschutz und der Eindämmung des Klimawandels kommt. [...]

Als wichtigsten Faktor des Artensterbens benennt der Bericht die Auswirkungen durch die Landwirtschaft. [...]

Am Montag wurde eine 39 Seiten umfassende Zusammenfassung der Studie publik gemacht, die am Samstag nach mehrtägigen Verhandlungen in Paris beschlossen worden war. Die Studie soll nun den Umweltministern der G7-Staaten vorgelegt werden, die sich ebenfalls in Paris treffen.

Ziel der IPBES-Studie ist es, eine solide wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, auf der knapp 200 Regierungen in den kommenden eineinhalb Jahren über ein neues Uno-Rahmenabkommen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt verhandeln. Das Abkommen soll, falls es zustande kommt, im Oktober 2020 beim Weltnaturschutzgipfel im chinesischen Kunming beschlossen werden. [...]

Einen besonderen Fokus richten die Wissenschaftler auch auf die Rolle indigener Völker beim Naturschutz und auf ihre Bedrohung durch rücksichtsloses Wirtschaften. [...]

Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand der Umweltorganisation WWF Deutschland, forderte, das "Paradigma vom ewigen und alternativlosen weltweiten Wirtschaftswachstum ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Natur" zu beenden. "Wir müssen schleunigst beginnen, in den natürlichen Grenzen der Erde zu wirtschaften."

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