Vorwürfe an Spielzeugkonzerne zu Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken

In einem neuen Bericht "Toys Report 2018" werfen China Labor Watch, die Christliche Initiative Romero (CIR) und weitere Organisationen den internationalen Spielwarenkonzernen Disney, Hasbro und Mattel sowie den deutschen Herstellern Ravensburger, Schleich und Simba Dickie vor, in chinesischen Fabriken produzieren zu lassen, die sich nicht an nationales Arbeitsrecht und internationale Normen halten. Zu den Vorwürfen gehören

  • massive Überstunden
  • zu niedrige Löhne
  • mangelhafte Schutzausrüstung
  • Arbeiter*innen seien unter schlechten hygienischen Bedingungen untergebracht
  • keine unabhängige Gewerkschaften

Den Bericht können Sie auf Deutsch hier lesen.

Das Business & Human Rights Resource Centre hat Hasbro, Simba Dickie Group, Schleich und Ravensburger zu einer Stellungnahme eingeladen. Disney, Mattel und Lego äußerten sich in Presseberichten. Mehr dazu auf Englisch hier.

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Artikel
7 December 2018

Spielzeug aus China: Erschöpfung am Fließband

Autor/in: Christliche Initiative Romero

Die investigative Recherche „Toys Report 2018“ der Arbeitsrechtsorganisationen China Labor Watch (CLW) und Christliche Initiative Romero (CIR) enthüllt erneut menschenunwürdige Bedingungen in der Spielwarenindustrie Chinas. Zu den Auftraggebern der vier verdeckt untersuchten Spielzeugfabriken gehören auch die namhaften deutschen Hersteller Simba Dickie, Schleich und Ravensburger...

Um die miserablen Zustände in der chinesischen Spielzeugproduktion ans Licht zu bringen, haben verdeckte Ermittler*innen selbst in den Fabriken gearbeitet. In der Produktion für das Weihnachtsgeschäft leisten die Arbeiter*innen in den untersuchten Fabriken 80 bis 175 Überstunden pro Monat. Ein klarer Rechtsverstoß. Der Umgang mit gefährlichen Chemikalien, Niedriglöhne und unhygienische, beengende Zustände in den Fabrikunterkünften gehören ebenfalls zum Alltag der Fabrikarbeiter*innen.

Die Spielzeugunternehmen müssen endlich Verantwortung für die Zustände in ihren Zulieferfabriken übernehmen... Hierfür ist die Mitgliedschaft in einer glaubwürdigen Multistakeholder-Initiative, in der neben den Unternehmen auch Arbeitsrechtsorganisationen und Gewerkschaften teilnehmen, von zentraler Bedeutung.

Weitere Informationen

Pressemitteilung als PDF
Toys Report 2018 (deutsch)
Toys Report 2018 Full Version (englisch)

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Artikel
9 December 2018

Spielzeugherstellern wird vorgeworfen, Waren aus chinesischen Fabriken zu beziehen, in denen schlechte Arbeitsbedingungen herrschen

Autor/in: Finn Mayer-Kuckuk, Frankfurter Rundschau

[A]us verdeckten Ermittlungen der Arbeitsrechtsorganisation China Labour Watch zusammen mit der Christlichen Initiative Romero (CIR) in Nürnberg [geht hervor] ...: Auch deutsche Markenanbieter wie Ravensburger und Schleich lassen weiter bei Partnern in China herstellen, die sich nicht an alle örtlichen Regeln zu Arbeiterrechten und Arbeitsschutz halten...

„Die Unternehmen sehen ihre Verantwortung nicht“, sagt Studien-Initiator...

Die Hersteller verweisen derweil auf ihre Bemühungen, hohe Standards auch bei den Auftragsherstellern sicherzustellen. Ravensburger bestätigt, bei Loveable Products produzieren zu lassen – allerdings nur weniger als zwei von tausend Spielzeugen im Programm. Die meisten Waren des Unternehmens kommen aus Ravensburg und einem Werk in Tschechien, nur rund zehn Prozent stammt aus China. Viele Plastikteile lassen sich praktisch nur in Fernost beziehen, sagt ein Sprecher.

Außerdem ziehen die Marken sich hinter selbst gegründete Organisationen zurück, die in Asien die Arbeitsbedingungen überwachten sollen. Auch der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie verweist auf große gemeinsame Anstrengungen, um hohe Standards sicherzustellen. Die Weltvereinigung der Spielwarenhersteller ICTI nimmt derweil zu dem aktuellen Report Stellung: Er begrüße jede unabhängige Überprüfung und werde berechtigter Kritik sofort nachgehen. Tatsächlich tragen drei der vier Fabriken, die CRI jetzt wegen Regelverstößen anprangert, das Gütesiegel von ICTI...

Die Zulieferstrukturen der Hersteller sind zum Teil sehr kompliziert... Mit Loveable arbeite das Unternehmen bereits seit vielen Jahren zusammen, sagt eine Sprecherin...

Wesentlich deutlicher fällt die Kritik derweil an den US-Großkonzernen Disney, Hasbro und Fisher-Price aus... „Disney legt den größten Wert auf die Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Bestimmungen“, teilte das Unternehmen dazu mit.

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