Werden europäische Unternehmen zur Verantwortung gezogen wegen ihrer Beteiligung am Syrienkrieg?

Autor/in: Miriam Saage-Maaß & Patrick Kroker, European Center for Constitutional & Human Rights,, Veröffentlicht am: 25 November 2016

Seit Beginn des bewaffneten Konflikt in Syriens vor fünf Jahren ist eine umfangreiche Kriegsökonomie entstanden. Dabei geht es nicht allein um Waffenlieferungen an die verschiedenen staatlichen wie nicht-staatlichen Konfliktparteien oder die Finanzströme an den Islamischen Staat (IS), über die seit langem ausführlich berichtet wird...Laut den Informationen, die Le Monde und den beiden Nicht-Regierungsorganisationen ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights, Berlin) und Sherpa (Paris) vorliegen, ging das Tochterunternehmen von Lafarge, Lafarge Cement Syria (LCS), Absprachen mit dem IS ein, um die Produktion aufrecht zu erhalten. So soll das Unternehmen für Passierscheine des IS bezahlt haben und für die Zementherstellung Rohstoffe wie Öl und Puzzolanerde vom IS gekauft haben...Nach Ansicht von Sherpa und des ECCHR sind solche Vorwürfe, wie sie gegen Lafarge erhoben werden, nicht allein moralische Skandale. Vielmehr handelt es sich um potentiell strafbares Verhalten, das die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften ermitteln müssen...Daher haben die beiden Organisationen gemeinsam mit elf Syrern am 15. November 2016 in Paris eine Strafanzeige gegen das Zementunternehmen Lafarge und sein Tochterunternehmen LCS eingereicht. Der Vorwurf: Durch die Geschäftsbeziehungen mit der Bürgerkriegspartei „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien habe LCS Beihilfe zur Finanzierung der Gruppe und somit Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit geleistet.

Lesen Sie hier den vollständigen Post

Betreffende Unternehmen: LafargeHolcim Qosmos