Germany: "Green button" certification launched and interested companies invited to apply

On 22 July 2019, the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) announced the launch of the introductory phase of the Grüner Knopf ("green button") certifcation - a global certification mark owned by BMZ - along with a call to interested companies to apply. 

The Green Button sets requirements for both products and companies. Products must comply with 26 social and environmental requirements and companies are required to demonstrate human rights and environmental due diligence according to a set of 20 criteria based on the UN Guiding Principles on Business and Human Rights as well as sector-specific OECD recommendations. During the introductory phase, the scheme will apply to two manufacturing stages, namely ‘cut-make-trim’ (production) and ‘bleaching and dyeing’ (wet processes).

According to German media reports, there is already a lot of interest from companies to apply.

In a statement published on 15 July, Clean Clothes Campaign welcomed the inclusion of requirements for companies, however raised a number of concerns including amongst others around the eligibility criteria for companies, product certification requirements as well as supply chain transparency and traceability (available in German only).

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Author: Hannes Koch, TAZ

16. August 2019

...Händler können für einzelne Produkte den Grünen Knopf bekommen, wenn sie bereits etablierte Zertifikate... verwenden. Worin besteht dann der Mehrwert für die Verbraucher?

Für die Produkte wie T-Shirts oder Bettwäsche bauen wir auf anerkannten Standards auf. Dies verbinden wir mit einer unabhängigen Zertifizierung des jeweiligen Unternehmens... Das ist das Besondere am Grünen Knopf: Das gesamte Unternehmen wird überprüft. Einzelne Vorzeige-Produkte reichen nicht aus...

Werden die Produkte dann teurer?

Eine Näherin in Äthiopien verdient gerade einmal 18 Cent pro Stunde. Das reicht kaum zum Leben. Selbst eine Verdoppelung bis Verdreifachung ihres Lohns muss nicht unbedingt zu höheren Preisen führen.

Lohnt sich der Aufwand angesichts der Tatsache, dass nur 50 Firmen mitmachen wollen...?

Zahlreiche Unternehmen haben sich bei uns gemeldet und wollen einsteigen. In unserem Textilbündnis... sind inzwischen etwa 50 Prozent des deutschen Marktes vertreten... Allerdings sollte auch die andere Hälfte mitmachen. Außerdem wünsche ich mir, dass bestimmte Wirtschaftsverbände den Nachhaltigkeits-Pionieren nicht ständig Steine in den Weg legen. Die Einhaltung von Menschenrechten darf kein Wettbewerbsnachteil sein...

...Wäre es nicht einfacher, ein Gesetz zu machen, das verbindliche Regeln für alle festschreibt?

Damit wären wir heute auch nicht weiter. Wir haben in der Bundesregierung einen Fahrplan vereinbart. Gerade läuft eine Umfrage unter Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, ob sie ihrer Verantwortung in der Lieferkette nachkommen. Tun sie dies nicht, dann kommt ein Gesetz – da ist der Koalitionsvertrag eindeutig. Mit der Textillieferkette setzen wir jetzt einen hohen Standard und zeigen, dass es geht. Das kann niemand mehr in Frage stellen. Andere Lieferketten müssen folgen...

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Author: Deutsches Patent- und Markenamt

Der Grüne Knopf macht Textilprodukte kenntlich, die vom Siegelgeber festgelegte spezifische soziale und umweltbezogenen Produktmerkmale, sowie spezifische Anforderungen an die Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt in Prozessen und Methoden zur Produktion in der relevanten Lieferkette erfüllen (Chain of Custody).

Ein Produkt kann den Grünen Knopf tragen, wenn dem Siegelgeber nachgewiesen wurde, dass

  • das produktverantwortliche Unternehmen alle in Anlage 1 aufgestellten Voraussetzungen in Bezug auf unternehmerische Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt erfüllt und dies im Rahmen einer unabhängigen Prüfung des Unternehmens durch eine akkreditierte Prüfstelle nach Maßgabe dieser Satzung nachgewiesen wurde (unternehmensbezogene Kriterien) und
  • für alle einzelnen Produkte, für welche der Grüne Knopf genutzt werden soll, nach den Vorgaben dieser Satzung durch Vorlage von Siegeln, die auf Basis der Anforderungen in Anlage 3 vom Siegelgeber anerkannt wurden, belegt werden konnte, dass die Produkte für die die Produktionsschritte Konfektio- nierung („Nähen, Zuschneiden“) und Textilveredelung (so genannte „Nassprozesse“ wie Bleichen und Färben) allen in Anlage 2 vorgegebenen Sozial- und Umweltkriterien entsprechen (produktbezogene Kriterien).

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Author: Holger Hembach, CSR News

Um zu erreichen, dass die Ware und die Unternehmen die Kriterien auch wirklich erfüllen, soll der Grüne Knopf als Gewährleistungsmarke geschützt werden. Eine Gewährleistungsmarke garantiert bestimmte Eigenschaften von Waren und Dienstleistungen. Bei Eintragung der Marke wird eine Markensatzung festgelegt, die vorschreibt, welchen Anforderungen ein Produkt oder eine Leistung genügen muss, um die Marke tragen zu können...

Der „Grüne Knopf“ ist sicherlich ein wichtiger Schritt vorwärts. Im Dschungel der Nachhaltigkeitssiegel, die nur allzu oft eher dazu dienen, Verbraucher einzulullen als sie zu informieren, bietet er zumindest zu einem gewissen Grad nachvollziehbare Prüfverfahren und Kriterien...

Die grundsätzliche Frage ist aber, ob Zertifizierungen und die Hoffnung auf die Marktmacht bewusster Verbraucher der richtige Ansatz sind. Das führt zurück zu der [...] grundsätzliche[n] Entscheidung für das Vertrauen in den Markt und in das Verantwortungsgefühl von Unternehmen oder für eine gesetzliche Regelung...

[F]reiwillige... Verpflichtungen und Zertifizierungen [...] sind oft nicht effektiv, schwer kontrollierbar – und wenn sie scheitern, haben die Opfer kaum eine Möglichkeit, Schadensersatz zu erlangen... Siegel und corporate social responsibility-Initiativen mögen in vielen Fällen begrüßenswerte Initiativen sein. Echten Fortschritt wird nur eine gesetzliche Regelung bringen.

 [mit Bezug auf Tchibo, Walmart, Tesco, Carrefour, Nestle, Cargill, Daniel Midlands, Loblaw, TÜV Rheinland]

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Author: Hannes Koch, taz

Der Grüne Knopf ist nun ein „globales Siegel mit staatlicher Überwachung“. Prüfstellen wie der TÜV kontrollieren Firmen, die mitmachen. Nicht nur Kleidung wie Jeans, T-Shirts oder Sakkos können das Zeichen erhalten, sondern viele weitere Textilprodukte wie Teppiche, Gardinen, Campingmatratzen, Taschen, Decken oder Operationskittel...

Um mitzumachen, sollen die Firmen jeweils 20 Kriterien erfüllen...

Zusätzlich sind 26 Produktkriterien für das jeweilige Kleidungsstück zu erfüllen, das ausgezeichnet wird... Diese Kriterien weisen die Firmen nach, indem sie bereits über private Sozial- und Öko-Siegel verfügen, etwa Gots, IVN Best, Blauer Engel, Oekotex, Fairtrade oder Fair Wear Foundation.

Unter anderem an diesem Kriterienkatalog übt die Kampagne für Saubere KleidungKritik. Es sei falsch, wenn sich der Staat auf Bewertungsraster privater Organisationen stütze. So werde augenblicklich nur verlangt, dass Zulieferarbeiter die staatlich festlegten, aber oft zu niedrigen Mindestlöhne der Produktionsländer erhalten. Eine sozial nachhaltige Herstellung erfordere stattdessen existenzsichernde Löhne, die doppelt oder dreifach so hoch seien. Dazu sagte Müllers Sprecher Olaf Deutschbein, das Kriterium „Mindestlohn“ gelte nur für die Einführungsphase bis 2021. In der Satzung des Grünen Knopfes sind existenzsichernde Gehälter als Ziel genannt.

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Author: Heike Baier, Öko Test

Der Grüne Knopf ist ein ehrgeiziges Projekt, auch wenn Gerd Müller dessen Ziel ganz simpel formuliert: Verbraucher, die gern sozial und ökologisch produzierte Kleidung kaufen möchten, sollen sich in Zukunft nicht mehr durch „30 verschiedene Standards durchkämpfen müssen“, sondern auf das eine staatliche Siegel vertrauen können.

Bei allem Lob gibt es auch Kritik an dem Metasiegel...

Mike Pflaum von der Christlichen Initiative Romero ... [kritisiert] auch, dass für Produkte mit dem Grünen Knopf, die in der EU produziert wurden, ein Nachweis über die Einhaltung von Sozialstandards entfällt. „Dabei wissen wir aus vielen Studien, dass es in EU-Ländern wie Bulgarien und Rumänien sehr wohl zu Arbeitsrechtsverletzungen kommt.“

Insgesamt ist die Kritik am Grünen Knopf aber sehr viel leiser geworden, seit das jüngste Konzept auf dem Tisch liegt. Wie tragfähig der Grüne Knopf ist, wird sich ohnehin erst in der Zeit nach dem Startschuss zeigen: Dann wird sich erweisen, welche Firmen langfristig mitmachen, und ob es gelingt, größere Modeunternehmen mit ins Boot zu holen. Denn nur so wird der Grüne Knopf in den Geschäften sichtbar.

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22 July 2019

Announcement and invitation to participate in the launch of the Grüner Knopf certification mark

Author: Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ)

The introductory phase of the Grüner Knopf certification mark begins in mid-2019. From now on, interested companies are invited to apply to the Grüner Knopf office for a conformity assessment...

The Grüner Knopf scheme is the first state-supervised certification mark that sets requirements for both products (e.g. fashion and household textiles) and companies.

All products must comply with 26 social and environmental requirements. Compliance with product criteria is assessed using recognised and reliable existing certification marks.

Companies are also required to demonstrate their due diligence in human rights and environmental issues as measured by 20 criteria. These company criteria are based on the UN Guiding Principles on Business and Human Rights and sector-specific recommendations from the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD)...

During the introductory phase, the Grüner Knopf scheme will apply to two manufacturing stages, ‘cut-make-trim’ (production) and ‘bleaching and dyeing’ (wet processes). 

Over the coming years, an independent steering committee will help the scheme to develop and extend its applicability to additional manufacturing stages. One of the criteria it seeks to apply is payment of a living wage...

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Author: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Der Grüne Knopf startet im Sommer 2019 im Rahmen einer Einführungsphase. Interessierte Unternehmen sind aufgerufen, ab sofort bei der Geschäftsstelle Grüner Knopf eine Prüfung zu beantragen...

Der Grüne Knopf ist ein globales Siegel mit staatlicher Überwachung. Er kennzeichnet sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien, die von verantwortungsvoll handelnden Unternehmen in Verkehr gebracht werden...

[D]er Grüne Knopf [verbindet] Anforderungen an das Produkt (z.B. Mode, Heimtextilien) und an das Unternehmen.

Ein Produkt muss 26 soziale und ökologische Anforderungen einhalten. Die Erfüllung der Produktkriterien wird über vorhandene, anerkannte und glaubwürdige Siegel nachgewiesen.

Außerdem muss das Unternehmen als Ganzes seine Sorgfaltspflichten anhand von 20 Kriterien nachweisen. Grundlage der Unternehmenskriterien sind die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (VN) sowie sektorspezifische Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)...

In der Einführungsphase deckt der Grüne Knopf die Produktionsstufen „Zuschneiden und Nähen“ (Konfektionierung) sowie „Bleichen und Färben“ (Nassprozesse) ab. In den nächsten Jahren wird er mit Hilfe eines unabhängigen Beirats weiterentwickelt und auf weitere Produktionsstufen ausgeweitet. U.a. werden existenzsichernde Löhne als Kriterium angestrebt...

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Author: Kampagne für Saubere Kleidung auf FEMNET e.V.

Aus Sicht der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland ist die freiwillige Produktzertifizierung und Produktkennzeichnung nicht der richtige Ansatz, um nachhaltige sowie strukturelle Verbesserungen bezüglich der ökologischen und sozialen Risiken innerhalb der globalen Lieferkette zu erreichen... Es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen für die Wahrnehmung von Sorgfaltspflichten durch Unternehmen geschaffen werden. Freiwillige Regulierungsformen können diesen gesetzlichen Rahmen ergänzen. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sprechen insoweit von einem Smart-Mix...

Die Einbeziehung von Unternehmenskriterien ist prinzipiell positiv, doch hängt eine abschließende Einschätzung des Grünen Knopfs durch die Kampagne für Saubere Kleidung vom finalen Ambitionsniveau der Kriterien zur Bewertung der Unternehmen und der Produkte ab...

Eine staatliches Siegel wird auch außerhalb der Bunderepublik hohe Strahlkraft entfalten und zu Recht erwarten Bürger*innen wie auch fortschrittliche Unternehmer*innen [...] unumstößliche, aussagekräftige und an Menschenrechten ausgerichtete Kriterien, höchste Transparenz, effektive und aktive staatliche Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Wir appellieren mit allem Nachdruck an das BMZ, die in dieser Stellungnahme angesprochenen kritischen Punkte (Zugangskriterien für Unternehmen, Anforderungen an die Produktzertifizierungen, starke Kontrollmechanismen, klare Kommunikation, Transparenz und Nachverfolgbarkeit, keine Ausnahme EU-Produktion) im finalen Konzept des Grünen Knopfs besser zu lösen.

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Author: Hannes Koch, TAZ

'Großes Interesse am Grünen Knopf', 30. Juni 2019

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) verschiebt den Start seines neuen Textilsiegels Grüner Knopf auf September... „Mehrere Dutzend Firmen haben Interesse, beim Start des Grünen Knopfes dabei zu sein, und haben eine Prüfung beantragt“, sagte Müller der taz. Wegen des großen Andrangs dauere die Vorbereitung länger als angenommen...

...Als Reaktion auf katastrophale Unfälle in Textilfabriken in Pakistan und Bangladesch ist das staatliche Zertifikat ein Anliegen des Ministers, gleichzeitig in der Branche aber umstritten...

Dennoch kann Müller sich mittlerweile über eine gewisse Unterstützung freuen. „Wir halten den Grünen Knopf für sinnvoll, wenn er anspruchsvolle Kriterien erfüllt“, sagte etwa Heike Hess vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN)... Mehrere kleine Naturtextil-Firmen wie Dibella und Melawear wollen mitmachen. Interesse haben aber auch große Händler wie Tchibo, Lidl und Kik.

...Firmen werden demnach auf zwei Ebenen geprüft. „Um das Zertifikat zu erhalten, müssen 26 soziale und ökologische Kriterien für das Produkt erfüllt werden“, erklärte Müller. „Außerdem muss das Unternehmen als Ganzes seine Sorgfaltspflichten anhand von 20 Kriterien nachweisen.“

...Gisela Burckhardt von der Organisation Femnet und der Kampagne für Saubere Kleidung reicht der Mindestlohn als Kriterium nicht: „Mindestens müssten die Firmen existenzsichernde Löhne anstreben und Schritte in diese Richtung unternehmen.“ ...

Andererseits stellt der Grüne Knopf auch mit den bisher geplanten Kriterien eine Herausforderung für viele Textilhändler dar...

Vorläufig geht es beim Grünen Knopf um die Zertifizierung der letzten beiden Stufen der Textilherstellung... Später sollen weitere Fertigungsschritte bis zum Anbau der Baumwolle einbezogen werden... 

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