Ostafrika: Altkleidersammlungen aus dem Westen ruinieren die heimische Textilindustrie, so die Regierungen

Author: David Signer, Neue Zürcher Zeitung, Published on: 22 February 2018

Nun haben die Regierungen von mehreren ostafrikanischen Ländern wie Tansania, Uganda und Rwanda entschieden, dass sie keine Secondhandklamotten mehr wollen, weil durch diese «Spenden» die heimische Textilindustrie sabotiert werde... Die USA haben gegen die neuen Importhürden protestiert und drohen mit Gegenmassnahmen. Sie sehen den Freihandel gefährdet... [E]s zeigt, dass die Altkleidersammlung [...] ein grosses Geschäft geworden ist.

Die Altkleider werden in Afrika nämlich nicht gratis abgegeben, sondern verkauft. Weil die Zwischenhändler die Ware fast gratis erhalten, können sie sie günstig feilbieten. Die heimische Produktion hat gegen solche Dumpingpreise keine Chance...

Der Gipfel der Ironie ist, dass nun einige internationale Kleiderketten in Afrika produzieren, weil inzwischen auch in bisherigen Produktionsstandorten wie Bangladesh die Lohnkosten gestiegen sind. Nun werden also beispielsweise in Äthiopien Kleider für den Markt in Europa produziert, die nach einiger Zeit in der Textilsammlung landen und zurück nach Äthiopien wandern, wo sie die einheimische Produktion unterminieren...

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