Internationaler Tag gegen Kinderarbeit: NGOs fordern Politik & Wirtschaft zu mehr Verantwortung auf

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Kinderarbeit am 12. Juni 2019 haben NGOs an die Bundesregierung und Wirtschaft appelliert, mehr im Kampf gegen Kinderarbeit zu tun. Sie fordern u.a. ein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche Risiken wie Kinderarbeit in ihren Lieferketten zu identifizieren und Abhilfe zu schaffen.

Beiträge zu diesem Thema finden Sie untenstehend. Mehr zum niederländischen Gesetz zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten im Kampf gegen Kinderarbeit, das am 14. Mai 2019 vom Senat verabschiedet wurde, finden Sie hier.

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Author: Florence Schulz, EURACTIV.de

Fast jedes zehnte Kind auf der Welt, insgesamt über 150 Millionen, muss einer Arbeit nachgehen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen... [F]ast die Hälfte der betroffenen Kinder [arbeitet] unter Bedingungen, die gefährlich oder ausbeuterisch sind. In vielen Regionen der Welt hängen ganze Wirtschaftszweig von der Beschäftigung Minderjähriger ab...

Die Rolle der Wirtschaft betont auch der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider: Neben den Regierungen trügen auch Unternehmen „eine große gesellschaftliche Verantwortung, die über ein striktes Verbot von Kinderarbeit in ihrer globalen Lieferkette weit hinausgeht.“ Menschenrechtsorganisationen fordern daher umfassende Lösungsansätze...

In den allermeisten Staaten der Welt existiert ein Gesetz, das das Arbeiten unter einem bestimmten Alter verbietet... Im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele von 2015 haben sich fast alle Staaten der Welt darauf geeinigt, ausbeuterische Kinderarbeit bis 2025 vollständig abzuschaffen.

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Author: Entwicklungspolitik Online

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit (12. Juni) hat die Entwicklungsorganisation INKOTA die Bundesregierung aufgefordert, Unternehmen gesetzlich zur Einhaltung der Menschenrechte in ihren Auslandsgeschäften zu verpflichten. Noch immer müssten rund zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen in Westafrika arbeiten...

Das Armutsproblem der Kakaobauernfamilien und die zu niedrigen Kakaopreise blieben außer Acht. "Wenn Schokoladenunternehmen einen nachhaltigen Kakaosektor ohne Kinderarbeit erreichen wollen, brauchen wir existenzsichernde Kakaopreise", sagte Schorling [INKOTA-Referent]...

Die Bundesregierung versäumt es aus der Sicht von INKOTA, Unternehmen konsequent zur Einhaltung der Menschenrechte in ihren Auslandsgeschäften zu verpflichten. Bisher sehe der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte lediglich vor, dass 50 Prozent der deutschen Unternehmen die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht bis 2020 freiwillig umsetzen. Bundeskanzleramt und Wirtschaftsministerium hätten in den letzten Wochen einen Monitoring-Prozess verzögert, mit dem die Umsetzung dieses Ziels überprüft werden soll.

"Die Bundesregierung darf die Menschenrechte nicht länger ausbremsen", so Johannes Schorling. "Wir brauchen endlich ein Gesetz, das alle Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche Risiken in ihren Lieferketten frühzeitig zu identifizieren und Abhilfe zu schaffen. Außerdem muss es für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen möglich sein, auch hierzulande vor Gericht auf Entschädigung zu klagen."

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Author: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Anlässlich der derzeit in Genf stattfindenden Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Auch im Jahr 2019 müssen weltweit noch immer über 150 Millionen Kinder arbeiten, um ihr Überleben zu sichern...

Das müssen wir ändern – mit Zugang zu Bildung und mit fairen Einkommen für die Eltern der Kinder. Darum fordere ich: Jedes Unternehmen muss bei seiner Lieferkette auf die Einhaltung grundlegender Mindeststandards achten. Ich hoffe aber auch auf ein weiteres Umdenken der Verbraucher. Immer mehr Menschen erkennen, dass billige Schokolade, Kleidung und Bananen ihren Preis haben. Wenn Kinder dafür arbeiten müssen, dann ist der Preis zu hoch. Ich habe mich deshalb gefreut, dass die Kanzlerin anlässlich der ILO-Jahreskonferenz die Bedeutung weltweiter Mindeststandards und der Bekämpfung der Kinderarbeit unterstrichen hat..."

Nach aktuellen Schätzungen der ILO müssen 152 Millionen Kinder im Alter [...] arbeiten... 73 Millionen davon arbeiten unter ausbeuterischen, oft gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen...

Die Landwirtschaft ist der größte Sektor für Kinderarbeit, vor Dienstleistung und der Industrie... Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit finden sich unter anderem in Minen in Zentralafrika... Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus...

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Author: Frankfurter Allgemeine

152 Millionen Mädchen und Jungen leisten nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef Kinderarbeit. Fast die Hälfte von ihnen leide unter gefährlichen oder ausbeuterischen Bedingungen, teilte Unicef am Dienstag in Köln mit. Am Mittwoch findet der Welttag gegen Kinderarbeit statt. Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt stünden in der Verantwortung, Kinderarbeit zu verhindern, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland...

Vor diesem Hintergrund hat Entwicklungsminister Gerd Müller verstärkte Bemühungen im Kampf gegen Kinderarbeit angekündigt. „Jedes Unternehmen muss bei seiner Lieferkette auf die Einhaltung grundlegender Mindeststandards achten. Ich hoffe aber auch auf ein weiteres Umdenken der Verbraucher“, so der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. Billige Schokolade, Kleidung und Bananen hätten ihren Preis. „Wenn Kinder dafür arbeiten müssen, dann ist der Preis zu hoch“, erklärte Müller.

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