Europäische Mobilitätswoche: Blick auf menschenrechtliche Risiken bei der Elektroauto-Produktion

Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September 2018 hat die Zivilgesellschaft vor einseitigen Lösungen der Mobilitätsfrage gewarnt. Die Elektroauto-Produktion sei mit erheblichen menschenrechtlichen Risiken verbunden, insbesondere beim Abbau von Mineralien und Metallen für die Batterien. Auch die Bundesregierung sei gefordert, gesetzlich nachzusteuern, so die Organisationen. Viele Autohersteller haben bereits Schritte eingeleitet und setzen sich für eine saubere Herkunft der für E-Autos so wichtigen Rohstoffe ein. Mehr dazu finden Sie untenstehend.

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Auteur: INKOTA-netzwerk

Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September warnt das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk vor einseitigen Lösungen der Mobilitätsfrage. Der sprunghafte Anstieg der Elektro-Auto-Produktion sei mit erheblichen menschenrechtlichen Risiken verbunden. Insbesondere beim Abbau von Mineralien und Metallen für Batterien sieht das Netzwerk dringenden Handlungsbedarf und fordert die Bundesregierung auf gesetzlich nachzusteuern... Der Elektroantrieb gilt bei vielen als die Lösung für nachhaltige Entwicklung im Verkehr. Klimaschützer erhoffen sich eine Senkung des CO2-Ausstoßes, die Bundesregierung und die Unternehmen zielen auf neue Märkte für die deutsche Automobilindustrie ab. „Die Rechnung greift zu kurz“, sagt Schurath [Referentin für Ressourcengerechtigkeit bei INKOTA]... „Das Bekenntnis zur Wahrung der Menschenrechte in globalen Rohstofflieferketten muss in einer bundesdeutschen Rohstoffstrategie verankert sein“, erklärt [sie]. „Unternehmen in rohstoffintensiven Industrien wie der Automobilbranche sowie Finanzdienstleister und Investoren müssen verpflichtet werden, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einzuhalten – und sanktioniert werden, wenn sie dies nicht ausreichend tun.”

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Auteur: Jonas Gerding, Edison

Keine Kinderarbeit, das lässt sich bei den verzweigten Lieferketten der Autobauer kaum garantieren. BMW versucht es mit Projekten vor Ort und Zertifikaten... [D]ie Kampagnen von Organisationen wie Amnesty International [bewegen] große Automobilkonzerne zum Handeln..., [in dem] diese sich öffentlich rechtfertigen müssen, intern Lieferketten untersuchen lassen und einheitliche Zertifizierungssysteme anschieben... Angel, der Einkäufer bei BMW, will um Verständnis dafür werben, wie verzweigt die Lieferwege sind... Die Liste der Industriebetriebe vor Ort, bei denen BMWs Zulieferer die geschmolzenen Metallblöcke einkaufen, hat der Autobauer sogar veröffentlicht. Jene "Schmelzhütten" seien allesamt an Großminen angegliedert... Um Kinderarbeit auszuschließen, verfolgt BMW deshalb im Grunde folgende Strategie: Wer heute fertige Akkus an den Autobauer liefern möchte, verpflichtet sich, Kobalt nur aus jenen offiziellen Minen zu beziehen... BMW [engagiert] sich in der "Responsible Cobalt Initiative", die vor allem vom chinesischen Handelsministerium getragen wird. Auf eine Anfrage von Edison reagierte dort niemand... Noch ist jedoch offen, wie genau und wann das System umgesetzt wird... Bisher fährt jeder Autokonzern seine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Daimler beispielsweise habe das private Unternehmen RCS Global angeheuert, um vor Ort die Lieferkette prüfen zu lassen... [mit Bezug auf VW, BYD und Huayou]

Anmerkung: Die Amnesty Reports, sowie Stellungnahmen der Unternehmen, die in dem Artikel erwähnt werden, finden Sie hierhier (2016) und hier  (2017).

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