Kommentar: Der stille Genozid in Westpapua
Lakshmi Thevasagayam über die indonesische Kolonialherrschaft im Westen Papua-Neuguineas
[...] Viele Befreiungsbewegungen in der Welt erleben einen Genozid und Ökozid, werden zum Schweigen gebracht, kriegen keine Aufmerksamkeit der Mainstream-Medien und werden von kapitalistischen Konzernen unterdrückt. Zum Beispiel in Westpapua. Das im Westen von Papua-Neuguinea liegende Gebiet gehört indigenen Stämmen, die ihre eigene Kultur und Sprache haben und seit 1963 einen stillen Genozid erleiden. Der Ressourcenreichtum von Westpapua ist zum großen Verhängnis für die Menschen vor Ort geworden: 1949 erkannte die niederländische Kolonialmacht die Unabhängigkeit Indonesiens an, allerdings ohne Westpapua zu berücksichtigen. [...]
Die indonesische Vorherrschaft öffnete Tor und Tür für internationale Großkonzerne, die bis heute Indigene von ihren Ländern vertreiben, den Genozid unterstützen, an ihm verdienen und das Land verschmutzen. Die Mangrovenwälder im Süden weisen große Erdgasreserven auf, die von British Petroleum ausgebeutet werden. Tausende Hektar tropischer Wald fällt dem Holzhandel und Bau von Palmölplantagen zum Opfer. Die größte Goldmine der Welt befindet sich ebenfalls auf dem Gebiet. Sie produziert täglich giftigen Abfall, der tonnenweise in der Umgebung abgeladen wird.
Der Konzern Aurubis profitiert ebenfalls von den Rohstoffvorkommen in Westpapua. Aurubis ist Europas größter Produzent von Kupfer mit Sitz im Hamburger Hafen. Von dort wird auch Kriegsgerät aus deutscher Produktion an das indonesische Militär verschifft. Für Gerechtigkeit vor Ort kämpft die Gruppe Free West Papua Hamburg. Westpapua ist also nicht so weit weg, wie wir denken.