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文章

2021年1月24日

作者:
Niklas Franzen, taz

Prozesse wegen Dammbruch in Brasilien: Noch keine Gerechtigkeit für Opfer

Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gibt es Hunderte Minen. Das dort für die Stahlherstellung geförderte Eisenerz geht in die ganze Welt. Als an jenem Januartag 2019 das Rückhaltebecken in Brumadinho brach, rollte eine tödliche Mischung aus zwölf Millionen Kubikmeter Wasser, Geröll und Schlamm über Häuser und Menschen hinweg. Wie viele andere Minen wurde auch der Betrieb in Brumadinho von Vale S. A. betrieben, dem weltweit größten Eisenerz-Exporteur. Elf Vale-Vertreter*innen sind in Brasilien wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Umweltverstöße angeklagt.

Ebenso angeklagt sind fünf Mit­ar­bei­te­r*in­nen eines weiteren Unternehmens: TÜV Süd. Denn vier Monate vor dem Dammbruch hatte eine Tochterfirma des deutschen Unternehmens den Damm als stabil eingestuft – trotz massiver Sicherheitsbedenken. In der Anklageschrift der brasilianischen Staatsanwaltschaft heißt es, dass ein Interessenkonflikt bestanden habe, da das deutsche Unternehmen weitere Verträge und Verhandlungen für interne Beratertätigkeiten mit Vale hatte.

Ließ der deutsche Zertifizierer ein Gefälligkeitsgutachten anfertigen, um seinen Kunden zufriedenzustellen und keine Aufträge zu verlieren? TÜV Süd weist diesen Vorwurf als „unbegründet“ zurück und erklärt, dass ihr Unternehmen keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch trage. Die abgegebene ­Stabilitätserklärung habe „die damals geltenden brasilianischen Gesetze und Normen eingehalten“.

Allerdings: Zwei TÜV-Süd-Mitarbeiter sagten später aus, dass sie von Vale unter Druck gesetzt wurden, damit sie zu einer positiven Evaluation kämen...

Im Oktober 2019 haben fünf Betroffene aus Brasilien gemeinsam mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und der Hilfsorganisation Misereor auch in Deutschland Anzeige gegen das deutsche Zertifizierungsunternehmen und den Ingenieur eingereicht...

TÜV Süd erklärte derweil, dass nach dem „Unglück“, externe Ex­per­t*in­nen die Stabilität anderer Dämme von Vale untersucht hätten. Diese Einschätzungen seien mit Vale und den zuständigen Behörden in Brasilien geteilt und diese aufgefordert worden, „vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen, um potenzielle Gefahren für Menschen und Umwelt abzuwehren“. Tatsächlich sollen Verbesserungen umgesetzt und Sicherheitsstandards erhöht worden sein, doch vielen Ak­ti­vis­t*in­nen reicht das nicht.