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2021年3月24日

作者:
Public Eye & Unearthed

Paraquat Papers: Wie Syngenta jahrzehntelang Warnungen ignorierte, um sein hochgiftiges Pestizid im Markt zu halten

Warunika war sechzehn Jahre alt, als sie einen Schluck «Gramoxone» aus einer Flasche trank, die im Haus ihrer Familie herumstand. Ihre Eltern sind sich sicher: Sie wollte nicht sterben...

Das Produkt enthält Paraquat – eines der giftigsten Herbizide der Welt – in hoher Konzentration...

Das Unternehmen beteuert, Paraquat sei ein «sicheres und effektives Herbizid», solange es gemäss den Anweisungen auf dem Etikett verwendet werde. Man habe dazu beigetragen, «das Problem der versehentlichen Einnahme» zu lösen: durch die Beigabe eines blauen Farbstoffes und eines Geruchsmittels, um vor einem versehentlichen Trinken abzuhalten, sowie eines Brechmittels. Auf unsere Anfrage schreibt der Konzern, er [...] hätte [...] sich stets «an den besten wissenschaftlichen und medizinischen Standpunkten orientiert».  

Doch nun hat eine Klage gegen Syngenta in den USA eine Fülle an internen Dokumenten ans Licht gebracht, die diese schönen Worte als leere Phrasen entlarven. Public Eye und Unearthed, die Investigativabteilung von Greenpeace in Grossbritannien, haben in den letzten Monaten Hunderte von Seiten interner Korrespondenz unter die Lupe genommen. Sie zeigen: Syngenta und seine Vorgängerunternehmen wissen seit Jahrzehnten, dass das Brechmittel, das Gramoxone zugesetzt wird, Todesfälle durch Vergiftungen nicht verhindern kann. Trotzdem liessen sie diverse Aufsichtsbehörden während all den Jahren im Glauben, dass das Mittel Leben rette – aus rein kommerziellen Interessen...

Dass diese Geschichte erzählt werden kann, ist vor allem der Beharrlichkeit des britischen Wissenschaftlers Jon Heylings zu verdanken...

Heylings prangert nun öffentlich an, was er seinen Vorgesetzten seit dreissig Jahren immer wieder gesagt hat: Die Standard-Variante von Gramoxone, die Syngenta bis heute in vielen Ländern verkauft, sei zu gefährlich. Gemäss Heylings ist die Menge des Brechmittels PP796, die dem Produkt beigefügt wird, viel zu niedrig, um nach Einnahme einer tödlichen Dosis schnell genug Erbrechen auszulösen...

Der weltgrößte Pestizidhersteller konnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sogar dazu bringen, seine PP796-Dosierung zum globalen Standard für sämtliche Paraquat-Produkte zu erklären...

Die Antwort von Syngenta

Mit den durch Public Eye und Unearthed aufgedeckten Fakten konfrontiert, weist der Basler Konzern «jede Andeutung zurück», dass Syngenta und seine Vorgängerfirmen bei der Entwicklung dieses Produkts «irgendeine andere Absicht» gehabt hätten, als «die richtige Menge an Brechmittel für Paraquat zu ermitteln, um das Risiko einer versehentlichen oder absichtlichen Einnahme bestmöglich zu mindern». Die vorherrschende medizinische Meinung habe sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Heute sprächen sich «angesehene medizinische Experten gegen hohe Dosen von Brechmitteln aus», weil sie befürchteten, dass diese die Toxizität gar erhöhen könnten.

Syngenta schreibt weiter: «Fast alle modernen Innovationen – Gebäude, Brücken, Eisenbahnen, Pharmazeutika, Autos, Maschinen und Pflanzenschutzmittel – sind für Suizide benutzt worden». Die Gesellschaft sollte sich «auf die Probleme der psychischen Gesundheit konzentrieren, anstatt der Welt nützliche Technologien vorzuenthalten (…)».

Die FAO teilt Public Eye und Unearthed mit, dass sie aufgrund von Heylings’ Bedenken eine «Sondersitzung» abgehalten habe, um ihre Spezifikationen zu Paraquat zu überarbeiten. Der Bericht dieser Sitzung werde «derzeit fertiggestellt».

Hier finden Sie die vollständigen Antworten von Syngenta und Chevron...

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