3. US-Urteil gegen Bayer-Tochter Monsanto wegen mutmaßlich verschleierter Krebsrisiken des Herbizids Roundup

Die Bayer-Tochter Monsanto wurde auch im dritten US-Prozess innerhalb weniger Monate wegen mutmaßlich verschleierter Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat für schuldig befunden und zu einer Rekordstrafe von mehr als zwei Milliarden US-Dollar Schadenersatz verurteilt. Laut dem Urteil habe Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken seines Produkts gewarnt und Studien über die Gefahren des Unkrautvernichters manipuliert. Das Unternehmen erklärte in einer Stellungnahme von der Entscheidung enttäuscht zu sein und kündigte an, in Berufung zu gehen. 

Rückendeckung erhielt Bayer jüngst von der US-Umweltbehörde EPA, die das Pflanzengift Glyphosat im Gegensatz zu den Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend hält. Die Kläger*innen stützen sich hingegen auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte.

In Frankreich gehen Ermittler*innen zudem wegen der mutmaßlichen Erfassung von Glyphosat-Gegner*innen in einer heimlichen Liste gegen Monsanto vor. Mit dem Dokument wollte die heutige Bayer-Tochter 2016 mutmaßlich das Verfahren zur Bewilligung seiner auf dem Wirkstoff Glyphosat beruhenden Unkrautvernichter durch die EU für sich entscheiden.

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14 May 2019

Erneute Niederlage in Glyphosat-Prozess: US-Jury verurteilt Bayer zu zwei Mrd. US-Dollar Strafe

Autor/in: Spiegel Online

'Urteil in Monsanto-Prozess. Bayer muss krebskrankem Paar zwei Milliarden Dollar zahlen', 14 May 2019

Der Druck auf Bayer steigt: Der Pharmakonzern hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenenjury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen zu Schadensersatz in Höhe von insgesamt rund zwei Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 1,78 Milliarden Euro) an die beiden Kläger. [...]

Für Bayer ist der Fall hochbrisant: Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate - und weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13.400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück. [...]

Rückendeckung erhielt Bayer jüngst von der US-Umweltbehörde EPA, die das Pflanzengift Glyphosat im Gegensatz zu den Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend hält. "Die EPA geht weiter davon aus, dass keine Risiken für die öffentliche Gesundheit bestehen, wenn Glyphosat entsprechend der derzeit geltenden Anweisungen verwendet wird", teilte die Behörde Anfang Mai mit.

Die Kläger stützen sich besonders auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte. [...]

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14 May 2019

Handelsblatt-Kommentar: "Bayer hat die Prozessrisiken von Monsanto völlig unterschätzt"

Autor/in: Katharina Kort, Handelsblatt

Mehr als zwei Milliarden Dollar. Das ist die Summe, die Bayer nach dem Willen der kalifornischen Jury in Alameda an das Ehepaar Pilliod zahlen soll, das jahrzehntelang Roundup benutzt hat und nun an Krebs erkrankt ist. Das ist auch für das amerikanische Rechtssystem extrem hoch – und eine Rekordsumme für Bayer.

Es zeigt aber vor allem eins: Bayer, das Monsanto im vergangenen Jahr für fast 60 Milliarden Euro übernommen hat, hat die Prozessrisiken von Monsanto völlig unterschätzt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden diese Summen zwar so nicht stehen bleiben und voraussichtlich in der nächsten Instanz deutlich reduziert. Auf einen völligen Freispruch kann Bayer aber wohl kaum mehr hoffen. Ein Jury-Schuldspruch hat im US-Rechtssystem durchaus Gewicht und kann in der Berufung nicht einfach missachtet werden. [...]

Mittlerweile muss man sich fragen, was Bayer über Monsanto wusste, bevor es den umstrittenen Pflanzenmittel- und Saatgutriesen übernommen hat? Angeblich wussten die Leverkusener bis zum vergangenen Freitag noch nichts von den Listen der Journalisten und Politiker, die die Kommunikationsabteilung von Monsanto anlegen ließ. [...]

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13 May 2019

Neuer Skandal bei Bayer-Tochter: Monsanto spionierte Kritiker*innen in ganz Europa aus

Autor/in: Nils Klawitter, Spiegel Online

Der von Bayer 2018 übernommene US-Konzern Monsanto hat nicht nur in Frankreich Kritiker des Unternehmens ausgespäht. Er gehe "fest davon aus, dass weitere Länder betroffen sind, einschließlich Deutschland", sagte der Bayer-Manager Matthias Berninger in einer Telefonkonferenz. [...]

Das Anlegen von Listen und Datensätzen über Politiker, Wissenschaftler und Journalisten, wie es vor wenigen Tagen aus Frankreich bekannt wurde, seien Praktiken gewesen, die eher in den USA üblich gewesen seien. [...]

Die Listen, die der umstrittene US-Saatguthersteller und Glyphosat-Produzent Monsanto seit 2015 anlegte, dienten nicht nur dazu, sogenannte Stakeholder in Gut und Böse einzuteilen. Man wollte sie auch gezielt überwachen und wenn nötig diskreditieren, um öffentliche Debatten zu gewinnen und seine Produkte voranzubringen. [...]

Bayer werde eine Anwaltskanzlei beauftragen, das Vorgehen von Monsanto zu untersuchen. Bereits am Wochenende hatte Bayer um "Entschuldigung" gebeten und sich von Monsanto abgegrenzt: "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde." [...]

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24 April 2019

Deutschland: Bayer geht gegen erstes Glyphosat-Urteil in Berufung

Autor/in: Süddeutsche Zeitung

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer geht gegen das erste Urteil der Glyphosat-Klagewelle in Berufung. Die Firmentochter Monsanto habe beantragt, das Urteil der Geschworenen im Fall Johnson aufzuheben und die Klage abzuweisen, teilte Bayer mit. Die vorgelegten Beweise in dem Fall würden bei Weitem keine Verantwortlichkeit des Unternehmens nachweisen. Bayer verwies zudem auf "die übereinstimmend positiven Einschätzungen internationaler Regulierungsbehörden und die diesen Einschätzungen zugrunde liegenden umfangreichen wissenschaftlichen Nachweise, wonach Glyphosat nicht krebserregend ist". [...]

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28 March 2019

USA: Bayer in zweitem Glyphosat-Prozess zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt; Konzern kündigt Berufung an

Autor/in: Süddeutsche Zeitung

'Bayer soll US-Kläger 80 Millionen Dollar zahlen', 28 March 2019

Bayer hat in den USA einen weiteren wichtigen Prozess um mutmaßlich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Eine Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco urteilte am Mittwoch, dass Monsanto für Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels "Roundup" mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat haftbar ist und dem 70-jährigen Kläger Edwin Hardeman Schadenersatz in Gesamthöhe von 80,3 Millionen Dollar (71,4 Mio Euro) zahlen muss.

Der deutsche Pharma- und Agrarchemie-Konzern zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht. Dennoch ändere das Urteil nichts "am Gewicht von über vier Jahrzehnten umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit und den Schlussfolgerungen von Regulierungsbehörden weltweit, welche die Sicherheit unserer glyphosatbasierten Herbizide und die Schlussfolgerung stützen, dass diese nicht krebserregend sind". Der Dax-Konzern kündigte zudem an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. [...]

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20 March 2019

USA: Herber Rückschlag für Bayer in Glyphosat-Prozess

Autor/in: Deutsche Welle

'Schwere Schlappe für Bayer in Glyphosat-Prozess', 20 March 2019

Bayer hat in einem wegweisenden US-Prozess um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat eine herbe Niederlage erlitten. Die Geschworenen in San Francisco befanden einstimmig, dass das Mittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto einen "erheblichen Faktor" bei der Entstehung der Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman ausgemacht habe. Damit startet der Prozess nun vor der selben Jury in die zweite Phase, in der es um die Frage der Verantwortlichkeit des Konzerns und eventuelle Schadenersatzansprüche geht.

Bayer drohen hohe Kosten. In den USA sieht sich der Konzern bereits mit mehr als 11.200 Klägern wegen Glyphosat konfrontiert. Zum zweiten Mal hat nun eine Jury das Herbizid als mitverantwortlich für die Krebserkrankung des Klägers gesehen - die Prozesswelle gegen das Unternehmen dürfte dadurch weiter an Fahrt gewinnen. [...]

In der Forschung ist die Frage, ob die in Roundup enthaltene Chemikalie Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, allerdings umstritten. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgeht.

Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

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21 November 2018

USA: Bayer legt Berufung gegen Glyphosat-Urteil ein

Autor/in: Zeit Online

Bayer hat gegen die Verurteilung im Glyphosat-Prozess in den USA Berufung eingelegt. Der Kläger im ersten Glyphosat-Prozess, Dewayne Johnson, führt seinen Lymphdrüsenkrebs auf seinen Umgang mit dem Unkrautvernichter während seines Jobs als Platzwart an kalifornischen Schulen zurück. Dafür hatte eine Geschworenen-Jury Johnson erst 289 Millionen US-Dollar (253 Millionen Euro) zugesprochen. Die Richterin Suzanne Ramos Bolanos hatte diese Summe aber später auf rund 78 Millionen Dollar reduziert. Einem Antrag Bayers auf einen neuen Prozess gab sie aber nicht statt. Infolge des Juryurteils hatten die Bayer-Aktien deutlich an Wert verloren.

"Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass der zugesprochene Schadensersatz und der reduzierte Strafschadensersatz weder durch die vorgelegten Beweise noch das Gesetz gestützt werden", teilte Bayer [...] mit. Das Unternehmen habe deshalb Berufung beim California Court of Appeal eingelegt...

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer muss sich unterdessen in den USA mehreren Glyphosat-Klagen stellen. Bis Ende Oktober seien Gerichtsschriften von insgesamt etwa 9.300 Klägern zugestellt worden, sagte Bayer-Konzernchef...   

Der an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Johnson fand die Reduzierung des Schadensersatzes zwar laut seiner Anwälte nicht angemessen, akzeptiere das Urteil aber dennoch in der Hoffnung, noch in seiner Lebenszeit eine endgültige Lösung in dem Streit zu finden.

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1 November 2018

USA: Krebskranker Kläger stimmt niedrigeren Schadensersatzzahlung gegen Bayer-Tochter Monsanto zu

Autor/in: Spiegel Online

Im Glyphosat-Prozess in den USA hat der krebskranke Kläger einer niedrigeren Schadensersatzzahlung gegen die Bayer-Tochter Monsanto zugestimmt. Dewayne Johnson willige in die Absenkung der Strafzahlung von 289 Millionen Dollar auf rund 78 Millionen Dollar ein, erklärten seine Anwälte in einem Schreiben an ein Gericht von San Francisco. Damit wolle er "die Last eines neuen Prozesses" vermeiden...

Der Monsanto-Konzern, den Bayer dieses Jahr für mehr als 60 Milliarden Dollar gekauft hatte, bestreitet einen Zusammenhang des Herbizids mit Krebsfällen. Bayer selbst führt Hunderte Studien sowie Einschätzungen von Regulierungsbehörden weltweit an, die Glyphosat bei sachgerechtem Einsatz für sicher erklärt hatten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Chemikalie allerdings 2015 als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" eingestuft...

[D]ie Richterin Suzanne Ramos Bolanos [lehnte] in San Francisco die Forderung Monsantos nach einem neuen Prozess ab. Zugleich erklärte sie aber, die Strafzahlung solle von 289 Millionen auf 78 Millionen Dollar gesenkt werden...

Nach der Entscheidung von Ramos Bolanos kündigte Bayer an, in Berufung zu gehen. Die Aktie des Dax-Konzerns brach zeitweise um acht Prozent ein. In den USA sind rund 8700 weitere Klagen anhängig.

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13 August 2018

Glyphosat-Urteil lässt Bayer-Aktie abstürzen

Autor/in: Neue Zürcher Zeitung

Der zum Leverkusener Bayer-Konzern gehörende amerikanische Saatgutriese Monsanto soll einen dreistelligen Millionenbetrag wegen Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup zahlen. Das Unternehmen, gegen das Tausende weitere Klagen in Amerika vorliegen, kündigt Berufung an.

An der Börse sorgte das Urteil für Verunsicherung. Die Aktie von Bayer eröffnete am Montag mehr als 10% im Minus...

Monsanto habe nicht ausreichend vor den Risiken seines Produkts gewarnt...

Alleine in den USA laufen über 4000 weitere ähnliche Klagen gegen Monsanto, für die diese Entscheidung wegweisend sein könnte. Bei Johnson handelte es sich nur um einen Einzelfall, doch weil es das erste Urteil überhaupt war, stand das Verfahren stark im Fokus der Öffentlichkeit...

Für die zentrale Streitfrage, ob das Herbizid Glyphosat krebserregend ist, hat das Urteil indes nur begrenzte Aussagekraft...

Monsanto und Bayer [bleiben] stramm bei ihrer Verteidigungslinie. In der Stellungnahme heisst es zwar, Monsanto habe «Mitgefühl mit Herrn Johnson und seiner Familie». Die heutige Entscheidung ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen [...] den Befund unterstützten, dass Glyphosat nicht krebserregend sei...

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12 August 2018

US-Urteil gegen Monsanto

Autor/in: TAZ

Für Dewayne Johnson [...] ist das Urteil der Geschworenen ein kleiner Trost. Rund 250 Millionen Euro muss ihm die Bayer-Tochter Monsanto zahlen, weil sie den 46-Jährigen nicht vor möglichen gesundheitlichen Risiken beim Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels Roundup gewarnt hatte. Das Mittel habe „wesentlich zu seiner Krebskrankheit beigetragen“... 

Die Jury folgte weitgehend der Argumentation von Johnsons Anwälten, die dem Saatguthersteller vorwarfen, die Gefahren des Unkrautvernichtungsmittels verschwiegen zu haben. Monsanto kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen...

In der Stellungnahme heißt es zwar, Monsanto habe „Mitgefühl mit Herrn Johnson und seiner Familie“. Die heutige Entscheidung ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen den Befund unterstützten, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Man werde das Produkt, welches „seit 40 Jahren sicher in Gebrauch“ sei, auch in Zukunft nachdrücklich verteidigen.

Auch [...] Bayer verwies auf Einschätzungen von Regulierungsbehörden weltweit sowie die jahrzehntelange praktische Erfahrung mit dem Wirkstoff. Der Konzern sei überzeugt, dass Glyphosat „sicher und nicht krebserregend ist“, kommentierte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur gegenüber.

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