"Plötzlich fordern Unternehmer: Finger weg vom Lieferkettengesetz", schreibt der FOCUS
...Eine Woche vor der Abstimmung im EU-Parlament sendeten 21 Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Führungskräfte von Unternehmen einen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD)... Zu den Unterzeichnern gehörten Unternehmen ganz verschiedener Branchen, darunter der Handelskonzern Otto, der Einzelhändler Aldi Süd, der Schokoladenhersteller Alfred Ritter, der Freizeitartikelanbieter Vaude, die GLS Bank und SMA Solar Technology. Sie warnen, „dass die aktuell vorgeschlagene Abschaffung verbindlicher und einheitlicher Regelungen … kontraproduktiv wäre“ für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Innovation...
Der Brief der 21 bezieht sich – ohne ihn beim Namen zu nennen – auf einen anderen Brief, der im Oktober an Bundeskanzler Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ging, abgesandt von Siemens-Chef Roland Busch und dem Vorstandschef des französischen Öl- und Gasriesen Total Energies, Patrick Pouyanné. Sie forderten eine sofortige Abschaffung der EU-Lieferkettenrichtlinie „im Namen von 46 CEOs“. Der Haken daran: Viele dieser CEOs hatten den Brief gar nicht gesehen, geschweige denn unterschrieben, wie sich nach und nach herausstellte.
Mindestens 15 der dort genannten Unternehmen haben nach Informationen des FOCUS inzwischen deutlich gemacht, dass sie den Aufruf zur Abschaffung des Lieferkettengesetzes nicht unterstützen...
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